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Altenpflege in der Krise: Renditen brechen ein

Die wirtschaftliche Lage in der Altenpflege spitzt sich weiter zu. Laut einer Auswertung der Curacon-Datenbank schreiben fast die Hälfte aller Pflegeeinrichtungen rote Zahlen, die Umsatzrendite sinkt auf auf fast null Prozent.

Fast die Hälfte aller Heime hat in 2023 rote Zahlen geschrieben. Foto: Adobe Stock/ VRVIRUS

Die Altenpflegebranche steht vor erheblichen wirtschaftlichen Problemen, die durch steigende Kosten und den anhaltenden Personalmangel verschärft werden. Laut den aktuellen Jahresabschlüssen der Curacon-Datenbank für das Geschäftsjahr 2023 kämpfen insbesondere Pflegeeinrichtungen mit einer zunehmenden wirtschaftlichen Schieflage. Fast die Hälfte der stationären und ambulanten Altenhilfeeinrichtungen schreibt rote Zahlen.

Konkret stieg der Anteil defizitärer stationärer Einrichtungen 2023 auf 46 % – mehr als doppelt so viel wie im Vorjahr (2022: 23 %). In der ambulanten Pflege zeigt sich ein ähnliches Bild: Hier erhöhte sich der Anteil der defizitären Einrichtungen auf 51 %, im Vergleich zu 35 % im Jahr 2022.

Umsatzredite stationär sinkt auf nahezu null Prozent

Der Grund für die angespannte Lage liegt in mehreren Faktoren: Zum einen steigen die Betriebskosten durch Personalmangel, Energiebedarf und notwendige Investitionen in die Digitalisierung. Zum anderen reicht die Refinanzierung von Kostensteigerungen oft nicht aus. So sank die Umsatzrendite in der stationären Altenpflege im Jahr 2023 fast auf Null (0,1 %), während sie 2022 noch bei 1,2 % lag. In der ambulanten Altenpflege fiel die Umsatzrendite leicht von 1,2 % im Jahr 2022 auf 1,1 % im Jahr 2023.

Die demographische Entwicklung, mit einer wachsenden Zahl Pflegebedürftiger, verschärft die Situation weiter. Der Mangel an Pflegekräften wird durch das Ausscheiden der Babyboomer-Generation zusätzlich verstärkt. Um den wirtschaftlichen Druck abzufedern, greifen viele Einrichtungen auf teures Fremdpersonal zurück, was die Belastung weiter erhöht.

Auch Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach hat die schwierige Lage erkannt und ein Finanzkonzept angekündigt, das die Pflegeversicherung stabilisieren soll. Die Frage nach einer nachhaltigen Finanzierung der Pflegekosten bleibt jedoch weiterhin ungelöst. Die wirtschaftlichen Probleme der Branche verdeutlichen die dringenden strukturellen und finanziellen Herausforderungen, denen sich die Altenpflege in Deutschland stellen muss.