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Im Pflegeheim: Mitarbeiter soll Livestreams gemacht haben
Ein Pfleger soll im Dienst live auf TikTok gestreamt haben. Dabei soll er sich demütigend über Bewohner:innen geäußert haben. Ein Youtuber, der selbst Pflegepädagoge ist, hatte den Fall gemeldet.
Ein Mitarbeiter einer Pflege-Einrichtung in Nürnberg soll während seiner Arbeit Videos live im Internet gestreamt haben. Das Bayerische Rote Kreuz (BRK) bestätigte den Vorfall.
Pfleger ist bereits entlassen
„Das BRK hat Sachverhalte festgestellt, die zum einen einer arbeitsrechtlichen Würdigung, insbesondere aber einer strafrechtlichen und datenschutzrechtlichen Prüfung unterzogen werden müssen“, teilte Sprecher Sohrab Taheri-Sohi mit. Der Pfleger ist demnach nicht mehr für das BRK tätig. Die Zusammenarbeit sei bereits aus anderen Gründen und zu einem früheren Zeitpunkt beendet worden, hieß es. Medien hatten zuvor über den Vorfall berichtet, auf den ein Youtuber das BRK eigenen Angaben nach aufmerksam gemacht hatte.
Im Livestream Namen von Bewohner:innen genannt
„Das in den Videos und Livestreams dargestellte Verhalten, die Aussagen und das verbreitete Gedankengut, insbesondere über die ihm anvertrauten, pflege- und schutzbedürftigen Menschen, sind mit unseren Grundsätzen und allem, wofür wir als Bayerisches Rotes Kreuz stehen und wofür die Profession der Pflege steht, in keiner Weise vereinbar“, erklärte Taheri-Sohi. Der Mitarbeiter sei bei der Einstellung zu Datenschutz und Schweigepflicht belehrt worden und habe Schulungen erhalten.
Laut Medienberichten soll der Pfleger in den Livestreams die Namen von Bewohner:innen genannt und sich über diese lustig gemacht haben. Die Nachrichtenseite BR24 schreibt, der Mann hätte geäußert, inkontinenten Bewohner:innen besonders viele Produkte angelegt zu haben, um mehr Zeit zum streamen zu haben. Das BRK erklärte, dass alle Betroffenen über den Vorfall informiert wurden. Zu weiteren Details äußerte sich das BRK nicht.
Streaming aus Gesundheitseinrichtungen soll kein Einzelfall sein
Aufgedeckt hatte den Fall laut BR24 der erfolgreiche Youtuber und Pflegepädagoge Kevin Hartwig. Dieser hatte nach monatelanger Recherche die Einrichtung ausfindig gemacht, aus der der Mann live auf TikTok gestreamt hatte. Direkte Kontaktaufnahmen zu dem Streamer in dessen Kommentaren seien vorher gescheitert, so Hartwig laut BR24. Die Nachrichtenseite schreibt weiter, dass Hartwig unter der Rubrik „Exposed“ regelmäßig Fälle aufdeckt, in denen Personal aus Gesundheitseinrichtungen zum Beispiel live auf Social Media streamt und dabei gegen den Datenschutz verstößt.
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