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Vier Tote nach Brand in Seniorenheim in Bedburg-Hau

Durch einen Brand in einer Senioreneinrichtung in Bedburg-Hau sind vier Menschen gestorben. Die Stiftung Patientenschutz fordert stärkere Brandschutzvorgaben.

Die genaue Brandursache ist laut Pressemitteilung des Betreibers zum jetzigen Zeitpunkt nicht abschließend bestätigt – die Feuerwehr vermutet eine brennende Zigarette. (Symbolbild) Foto: Adobe Stock/ Robert Kneschke

Durch einen Brand in einer Seniorenresidenz in Bedburg-Hau am frühen Morgen des 4. März sind vier Menschen ums Leben gekommen. Zwei Frauen im Alter von 50 und 74 Jahren sowie zwei 66-jährige Männer haben das Feuer nicht überlebt, wie die Polizei Kleve am selben Tag mitteilte. 21 Menschen seien verletzt worden, darunter neben Bewohnerinnen und Bewohnern auch ein Feuerwehrmann, ein Polizist und eine Angestellte der Einrichtung. Ein 71-jähriger Bewohner der Einrichtung werde verdächtigt, den Brand fahrlässig verursacht zu haben. Die Feuerwehr vermute eine brennende Zigarette.

Deutsche Stiftung Patientenschutz fordert strengere Vorgaben

Die Deutsche Stiftung Patientenschutz forderte strengere Vorgaben für den Brandschutz. Vorstand Eugen Brysch sprach sich dafür aus, Pflegeheime zum Einbau von Sprinkleranlagen in Patienten- und Personalzimmern zu verpflichten. Das könne Leben retten. „Was in Möbelhäusern und Lagerhallen seit Langem Standard ist, muss auch in Pflegeheimen gelten“, sagte der Patientenschützer. In diesem Jahr habe es bereits 26 Mal in deutschen Pflegeeinrichtungen gebrannt.

Erst im Oktober hatte der TÜV-Verband angesichts hoher Mängelquoten bei sicherheitsrelevanter Haustechnik vor Defiziten beim Brandschutz unter anderem in Kliniken und Pflegeheimen gewarnt.

Der Brand in Bedburg-Hau war laut Polizei in den frühen Morgenstunden in einem Zimmer einer Einrichtung an der Kalkarer Straße ausgebrochen. Das Gebäude sei evakuiert und die Bewohnerinnen und Bewohner von der Feuerwehr in anderen Einrichtungen in Goch und Kleve untergebracht worden. Der Opferschutz kümmerte sich nach Polizeiangaben vor Ort um Angehörige und Bewohner. Der nordrhein-westfälische Innenminister Herbert Reul (CDU) besuchte den Ort am 4. März, um sich vor Ort ein Bild von der Situation zu machen.

Betreiber: „Brandemeldesysteme haben sofort angeschlagen“

Betrieben wird das Pflegeheim von newcare. „Wir sind zutiefst erschüttert, unsere Gedanken sind in dieser schwierigen Zeit bei den Familien und Angehörigen der Verstorbenen, aber auch bei den Verletzten. Unsere
oberste Priorität liegt nun darin, den Betroffenen in jeder erdenklichen Weise beizustehen und sie bestmöglich zu unterstützen. Wir sind aber auch äußerst dankbar für die rasche Reaktion und den unermüdlichen Einsatz von Mitarbeitenden, Rettungskräften, Feuerwehrleuten, Seelsorgern, Helfern und auch Nachbareinrichtungen, die alle ihr Bestes gegeben haben, um die Situation unter Kontrolle zu bringen und Hilfe zu leisten“, so CEO Markus Mitzenheim in einer Pressemitteilung des Unternehmens.

Zwischen dem Ausbruch des Feuers und dem Eintreffen der Feuerwehr lagen laut Pressemeldung von newcare nur wenige Minuten. Die Brandmeldesysteme in der Einrichtung hätten sofort angeschlagen und die Feuerwehr alarmierten, die kurz darauf eingetroffen sei. Die Brandschutzmaßnahmen in allen newcare Einrichtungen würden regelmäßig überprüft und den geltenden Sicherheitsstandards entsprechen. Die Feuerwehr habe bestätigt, dass alle Brandmeldesysteme sowie Brandschutztüren einwandfrei funktionierten. Newcare kooperiere eng mit Polizei und Feuerwehr, um den tragischen Vorfall aufzuarbeiten und die genaue Brandursache zu ermitteln.