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Pflegeimmobilienmarkt: Neue Betreiberkonzepte müssen her

Bei der Pressekonferenz „Rück- und Ausblick auf den Gesundheitsimmobilienmarkt“ waren sich die Immobiliendienstleister einig: Es braucht auch neue Betreiberkonzepte, um der herausfordernden Marktsituation auch in Zukunft zu begegnen.

Ein Weg aus der Krise könnte zum Beispiel sein, Angebote für Menschen zu machen, die noch nicht pflegebedürftig sind. Adobe Stock/ peopleimages.com

Bei der virtuellen Podiumsdiskussion im Rahmen der Web-Pressekonferenz diskutierten am 16. Januar:

  • Berthold Becker, Managing Director bei TSC Real Estate Germany
  • Gerald Klinck, der jetzt neu Beiratsvorsitzender bei Cureus ist
  • Jens Nagel, Geschäftsführer bei Hemsö Deutschland
  • Nikolai Schmidt, Head of Transaction Health Care Swiss Life Asset Manager
  • Jan Linsin, Managing Director Head of Research bei CBRE

Berthold Becker sagte, er sehe Potenzial in der Ausdifferenzierung von Betreibermodellen und nicht nur beim Bau von stationären Pflegeheimen, obwohl man deren Bedeutung nicht kleinreden dürfe. Betreiber- und Nutzerkonzepte müssten aber verbreitert werden. Das Angebot könnte zum Beispiel auch für Menschen geöffnet werden, die noch nicht pflegebedürftig sind. Er sehe unter anderem beim Servicewohnen im Normalpreissegment eine Marktlücke. Der Managing Director bei TSC Real Estate Germany merkte auch an, dass Investoren jetzt eher Betreiber bevorzugen würden, die gut und nachhaltig in der Region verankert sind und über die nötigen Mitarbeitenden verfügen als  – noch wie früher – möglichst große und internationale Betreiber.

Jens Nagel von Hemsö sagte, der Pflegesektor haben den „Nimbus des Unantastbaren verloren“. „Am wenigsten beeinflussen können wir, ob es für den Betreiber gut ausgeht oder nicht“, so Nagel. Das Segment der stationären Altenpflege sei eigentlich ein gutes Investitionsmodell für Investoren, über dem allerdings das „Damoklesschwert der politischen Unberechenbarkeit in Deutschland“ schwebe. Länder wie Finnland hätten bessere Rahmenbedingungen. „Im Jahr 2024 werden wir bei neuen Investitionen im Bereich Pflege sehr verhalten agieren“, so der Hemsö Deutschland-Geschäftsführer.

„Wir können mit Rendite und Baukosten umgehen, aber nicht, wenn Betreiber ihre Pachten nicht zahlen können“, sagte Gerald Klinck von Cureus. „Das Vertrauen hat massiv gelitten.“ Es brauche funktionierende Geschäftsmodelle für Betreiber.

Einig waren sich alle, dass auch Kommunen und Kostenträger mit einer auskömmlichen Refinanzierung dafür sorgen müssen, dass Betreiber nicht in wirtschaftliche Nöte geraten. Immerhin waren sich auf dem Podium auch alle einig, dass sich in der Politik in kleinen Schritten etwas bewegt. Sie sei für die aktuellen und zukünftigen Herausforderungen in der Pflege zumindest sensibilisiert. Dennoch bleibe – auch angesichts steigender Eigenanteile in der stationären Pflege und des akuten Personalmangels – viel zu tun. Es brauche aber das Geld institutioneller Investoren, um die soziale Transformation in Deutschland zu schaffen.

Im Jahr 2023 und auch im noch jungen Jahr 2024 hat es in der Altenpflege viele Insolvenzen gegeben. Der Arbeitgeberverband Pflege hatte kürzlich die „Deutschlandkarte Heimsterben“ veröffentlicht.

Eine Antwort auf “Pflegeimmobilienmarkt: Neue Betreiberkonzepte müssen her

  1. med-pharm-historie

    Neue Betreiberkonzepte müssen her…
    ————————————————————————————————–
    die Ausführungen mögen ja,aus der Sicht des PflegeimmobilienMARKTES ,schlüssig sein ; der katastrophale Personalnotstand im gesamten Gesundheitsbereich, wird dadurch nicht mal graduell gelöst.
    Die Milliarden an EUROS die der demografische Wandel an Mehrkosten verursacht ist NUR durch Einführung der Bürgerversicherung, Pflichtbeiträge für ALLE Erwerbstätigen
    zu stemmen. Der Personalnotstand ist NUR durch Dienstpflicht für ALLE Schulabgänger/innen, ohne Ausnahme,
    abzufedern.. siehe Statements des Bundespräsidenten…
    Die Einführung der Dienstpflicht ist alternativlos !!

    PRO Senioren PAKT