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PflegeGesellschaft Rheinland-Pfalz: Vorschläge für bessere Versorgung

Die PflegeGesellschaft Rheinland-Pfalz hat ein Positionspapier mit konkreten Vorschlägen zur Sicherung der pflegerischen Versorgung vorgelegt. Denn um diese ist es nicht gut bestellt.

Sebastian Rutten, Geschäftsführer PflegeGesellschaft Rheinland-Pfalz PflegeGesellschaft Rheinland-Pfalz

Eine Abfrage der Mitgliedseinrichtungen der PflegeGesellschaft RLP im Sommer 2023 habe die Situation verdeutlicht:
Die Auswertung der wirtschaftlichen Lage ergab:

  • von 188 gefragten ambulanten Diensten haben 111 erhebliche oder hohe wirtschaftliche Probleme und 107 sehen eine existentielle Gefährdung
  • von 42 gefragten TSP haben 24 erhebliche oder hohe wirtschaftliche Probleme und 25 sehen eine existentielle Gefährdung
  • von 174 gefragten VSP haben 104 erhebliche oder hohe wirtschaftliche Probleme und 92 sehen eine existentielle Gefährdung

Die PflegeGesellschaft fordert eine Überarbeitung der Auslastungsquote durch ein atmendes, sich den Praxisgegebenheiten anpassendes System sowie eine angemessene Finanzierung im ambulanten Bereich und finanzielle Unterstützung bei Digitalisierung und Telematik-Infrastruktur.

Sie schlägt vor, den Fachkräftebegriff zu überdenken und unterschiedliche Qualifikationen flexibel einzusetzen. Zudem sollen Nicht-Schülerprüfungen ermöglicht und Förderwege für Auszubildende optimiert werden. Der Einsatz ausländischer Pflegekräfte wird als Möglichkeit gegen den Fachkräftemangel diskutiert.

Die finanzielle Belastung von pflegenden Angehörigen soll durch Entlastungsangebote und finanzielle Unterstützung gemindert werden. Die PflegeGesellschaft plädiert für eine Befreiung der Pflegevergütung von nicht pflegerelevanten Kosten sowie Zuschüsse zur Entlastung von steigenden Kosten.

Gemeinsam gestalten

Laufende Melde- und Antragsverfahren binden Ressourcen. Ebenso problematisch sind die stark zunehmenden Zahlungsverzüge der Kostenträger. Eine Verschlankung dieser Prozesse und eine pünktliche Finanzierung sind notwendig, um Liquiditätsengpässe zu vermeiden. Qualitätsprüfungen und Beratungen sollen künftig auf Augenhöhe erfolgen, indem die Meinung qualifizierter Fachkräfte angemessen berücksichtigt wird.

Die PflegeGesellschaft Rheinland-Pfalz ruft alle Beteiligten dazu auf, die vorgeschlagenen Maßnahmen als gemeinsamen Gestaltungsauftrag zu verstehen. Die Expertise der PflegeGesellschaft steht zur Verfügung, doch die Verantwortung für die Zukunft der Pflege muss von allen Partnern getragen werden.

Das ausführliche Positionspapier können Sie hier nachlesen.