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Das Google Unternehmensprofil: Tipps für Pflegeheime

Unternehmensprofile bei der Google-Suche geben einen schnellen Überblick über die wichtigsten Leistungen einer Altenpflegeeinrichtung. Wichtig für Geschäftsführer und Einrichtungsleitungen ist es, das eigene Profil aktiv zu nutzen und zu pflegen.

Gundolf Meyer-Hentschel
Gundolf Meyer-Hentschel ist Inhaber des Meyer-Hentschel Instituts, das sich seit über 20 Jahren mit vielen Facetten des demografischen Wandels beschäftigt. Foto: R. Kraus

Von Gundolf Meyer-Hentschel

Praktisch jede Altenpflegeeinrichtung in Deutschland verfügt über einen Eintrag in der Suche von Google, ein „Pflegeheimprofil“, das Google als „Unternehmensprofil“ bezeichnet. Man findet dieses Profil, indem man in der Google-Suche den Namen seiner Einrichtung und den Ort eingibt. Das Profil erscheint auf einem Desktop-Computer oder Laptop in der rechten oberen Ecke des Bildschirms, auf einem Smartphone ganz oben.

Solche Profil-Einträge wurden von Google im Laufe der Jahre für bestehende Altenheime automatisch angelegt, indem Daten, die im Internet verfügbar sind, dort zusammengefasst wurden. Google versteht diese Unternehmensprofile als Service für seine Nutzer: Wenn ein potenzieller Bewohner oder seine Angehörigen nach dem Namen eines Altenheims suchen, muss man nicht eine Vielzahl von Suchergebnissen durchforsten, sondern findet das Wichtigste kompakt zusammengefasst im Unternehmensprofil.

Die Bedeutung des Google-Profils

Das Google-Profil ist in mehrfacher Hinsicht von Bedeutung für Altenheime. Zum einen suchen Anfrager dort aktuelle Informationen, z.B. Anfahrtsbeschreibungen. Zum anderen sind dort die Bewertungen des Heims in Form von Google-Sternen auf den ersten Blick erkennbar, was für mögliche neue Bewohner, aber auch für Stellensuchende interessant sein kann.
Schließlich spielt das Profil einer Einrichtung eine wichtige Rolle für die Position, an der das Haus in den Suchergebnissen gelistet wird. Dies ist vor allem von Bedeutung, wenn ein Interessent eine allgemeine Anfrage stellt, z.B. „Altenheim  Marburg“. Standardmäßig listet Google dann drei Altenheime auf.

Die Kriterien, nach denen diese Einrichtungen ausgewählt werden, hält Google – wie bei allen seinen Algorithmen – geheim. Es gibt jedoch Hinweise, welche Kriterien vermutlich eine Rolle spielen. Dazu gehören u.a.: Vollständigkeit und Aktualität des Profils, Sterne-Bewertungen des Altenheims, Reaktionsgeschwindigkeit bei Anfragen, Zahl und Qualität der vorhandenen Fotos, Informationen für Interessenten in Form von Blogbeiträgen. Zusätzlich spielt die Entfernung des Hauses vom Standort des Interessenten eine Rolle, sofern dieser seine Standortdaten aktiviert hat. Hintergrund dieser Kriterien ist Googles Ziel, dem Internetnutzer eine optimale Nutzererfahrung zu bieten und ihn auf diese Weise bei der Informationssuche oder einer Entscheidung möglichst gut zu unterstützen. Altenheime, die Google dabei helfen, werden durch gute Listenplätze in den Suchergebnissen „belohnt“.  Je nach Wettbewerbsumfeld eines Altenheims kann es also sinnvoll sein, sich regelmäßig um das Google-Profil zu kümmern.

Risiken einen passiven Google-Altenheimprofils

Es gibt wichtige Gründe, warum eine Pflegeinstitution ihr Google-Profil beanspruchen und regelmäßig pflegen sollte. Nachfolgend die drei wichtigsten, um Risiken zu begrenzen. Jeder – Bewohner, Angehörige, Personal – kann Änderungen vorschlagen, die Google umsetzt, sofern sie plausibel erscheinen. Ob solche Änderungen korrekt sind, prüft Google nicht.  Als Inhaber des Profils wird man darüber informiert und kann Änderungen ablehnen. Wer sein Profil nicht beansprucht hat, bemerkt solche Änderungen allenfalls per Zufall. Zweitens, jeder, der über ein gratis Google-Konto verfügt, kann Fotos hochladen. Konkret: Unbekannte Dritte (Stichwort: Fake-Accounts) können die Darstellung eines Altenheims bei Google beeinflussen, zum Positiven wie zum Negativen. Dritter und wichtigster Punkt: Sterne-Bewertungen sind im Google-Profil prominent zu sehen. Unabhängig davon, wie man die Aussagekraft dieser Bewertungen einschätzt, sind sie für Interessenten ein erster und bedeutender Anhaltspunkt. Deshalb macht es Sinn, diese Bewertungen zeitnah zu verfolgen. Mit einem aktiven Google-Profil wird ein Altenheim über jede neue Bewertung per email informiert und kann reagieren.

Empfohlene regelmäßige Aktivitäten im Heimprofil

Der Startaufwand zum Einrichten des Google-Profils beträgt 1-2 Stunden. Falls Sie noch kein Google-Konto haben, können Sie es gratis erstellen. So geht’s: Sie geben im Browser google.de ein und kommen zur Anmeldemaske. Dort klicken Sie den blauen Schriftzug „Konto erstellen“. Alles Weitere ist selbsterklärend.

Sobald Sie das Konto erstellt haben, loggen Sie sich ein, suchen den Eintrag Ihrer Institution und klicken unterhalb des Bildes auf den blauen Schriftzug „Inhaber dieses Unternehmens?“ Alles Weitere ist wieder selbsterklärend. Sobald Sie von Google als Inhaber des Profils bestätigt wurden, können Sie fehlende Informationen einfügen, falsche korrigieren, Fotos einstellen usw.

Anschließend ist es nach meinen Erfahrungen ausreichend, sich jede Woche für 10 Minuten dem Google Profil zu widmen.

Folgende Aktivitäten sollten regelmäßig erledigt werden:

  • Auf jede Bewertung antworten, auch auf Positive.
  • Anfragen kurzfristig bearbeiten (Google registriert positiv, wenn der Anfrager innerhalb von 24 Std. eine Antwort erhält).
  • Jeden Monat mindestens ein neues Foto einstellen

Altenheime, die sich vom Durchschnitt abheben wollen, können noch drei weitere Optionen nutzen:

  • Google bietet die Möglichkeit, kurze Blogbeiträge auf dem Profil zu veröffentlichen. Themen, die interessant sein könnten, gibt es mehr als man denkt, z.B. Speiseplan, aktuelle Veranstaltungen, wir suchen Personal usw.
  • Als Ergänzung zu den Standardinformationen des Heimprofils kann man besondere Leistungen oder Schwerpunkte einer Einrichtung als „Produkte“ anlegen und mit Foto und einem kurzen Text erläutern.
  • Schließlich bietet Google die Möglichkeit, gratis eine Internetseite zu gestalten – ergänzend zur vorhandenen Website oder stattdessen. Man muss lediglich einige Basisinhalte einstellen, alle aktuellen Informationen übernimmt Google automatisch aus dem Altenheimprofil. Der Pflegeaufwand für eine solche Internetpräsenz ist minimal.

Weitere Beiträge von Gundolf Meyer-Hentschel finden Sie in seinem Blog AgeFacts.