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Hamburg veröffentlicht Ergebnisse zu Qualität in Pflegeheimen

Die Hamburger Sozialbehörde hat die Ergebnisse einer Befragung zur Qualität in Pflegeheimen veröffentlicht.

Caregiver helping senior woman to comb hair and make hairstyle when sitting on bench in park in summer.
Positiv hervorgehoben wurde in der Befragung der respektvolle Umgang des Personals mit den Bewohnerinnen und Bewohnern. Foto: Halfpoint/AdobeStock

Als einziges Bundesland gibt Hamburg laut Pressemitteilung der Sozialbehörde den Angehörigen von Bewohnerinnen und Bewohnern der 144 stationären Pflegeeinrichtungen in der Stadt die Möglichkeit, sich in einer Befragung anonym zur Qualität der Pflege zu äußern. Die Antworten zeigten insgesamt ein positives Bild, machten aber auch auf Verbesserungsmöglichkeiten aufmerksam.

Von Ende März bis Ende Mai dieses Jahres hatten laut Mitteilung ca. 22 Prozent der Angehörigen von Pflegeheimbewohnerinnen und -bewohnern in Hamburg an der Befragung teilgenommen. Das seien weniger als bei der letzten Angehörigenbefragung 2019 (34 Prozent).

Zufriedenheit hat abgenommen

Positiv hervorgehoben wurde laut Presseinformation insbesondere der respektvolle Umgang des Personals mit den Bewohnenden. Rund 80 Prozent der Befragten würden sich demnach heute wieder für die Wohneinrichtung entscheiden und gut drei Viertel würden die jeweilige Einrichtung weiterempfehlen. Allerdings habe die Zufriedenheit bei fast allen Dimensionen über alle Einrichtungen hinweg im Vergleich zu 2019 abgenommen. Insbesondere im Bereich „Selbstbestimmung und Selbstständigkeit“ lasse sich dies erkennen, aber auch im Bereich der „fachspezifischen Versorgung“ zeige sich ein hohes Verbesserungspotential.

Sozialsenatorin: Stationäre Pflege hat unter Pandemie gelitten

„Die Einschätzungen der Angehörigen sind neben der Perspektive der Pflegebedürftigen und der Pflegekräfte von zentraler Bedeutung für die Beurteilung der Pflegequalität, denn sie kennen die Wünsche, Bedürfnisse und früheren Lebensgewohnheiten der Bewohnerinnen und Bewohner am besten. Somit ist die Angehörigenbefragung ein entscheidender Schritt zu noch mehr Qualität und Transparenz in der Pflege. Die Ergebnisse der Befragung zeigen aber auch, wie die stationäre Pflege unter der Corona-Pandemie gelitten hat und wie wichtig die Anstrengungen aller Beteiligten zur Bekämpfung des Personalmangels in der Pflege sind. Es ist der große Verdienst der in den Einrichtungen engagierten Pflegekräfte, dass trotz aller Herausforderungen Pflege und Betreuung auf hohem Niveau erbracht werden“, machte Sozialsenatorin Melanie Schlotzhauer (SPD) in ihrer Stellungnahme deutlich.

Im Hamburger Pflegekompass sind die Ergebnisse der Befragung, inklusive der Stärken und Schwächen in den verschiedenen Versorgungsbereichen, detailliert veröffentlicht.

Weiterführende Informationen stehen auch hier zur Verfügung. Die nächste Angehörigenbefragung ist für den April und Mai des Jahres 2024 geplant.

Hintergrund

Die für die Pflegequalität zuständige Sozialbehörde hatte Angehörige, nahestehende Personen und rechtliche Betreuerinnen und Betreuer der Bewohnerinnen und Bewohner in den 144 Hamburger Pflegeheimen angeschrieben. In einem Fragebogen mit 31 Fragen wurden zentrale Aspekte der Versorgungsqualität erfragt, beispielsweise zur Sicherheit, Verpflegung und Selbstbestimmung. Erstmals wurde die Befragung online durchgeführt oder auf Wunsch mit individueller Unterstützung durch den telefonischen HamburgService. Mit der Umsetzung und Auswertung der Befragung wurde das Statistische Amt für Hamburg und Schleswig-Holstein beauftragt. Der eingesetzte Fragebogen wurde auf wissenschaftlicher Grundlage vom Deutschen Institut für angewandte Pflegeforschung (DIP) entwickelt.