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Was der Pflegeberuf für die Zukunft braucht

Zum Internationalen Tag der Pflegenden (12. Mai) fordern Fachverbände, den Pflegeberuf durch verschiedene Reformen attraktiver zu machen.

Eine Kiste voller Postkarten mit zentralen Wünschen von Pflegekräften hat eine Caritas-Delegation am 7. Mai nach Berlin gebracht: Wolfgang Klose vom Caritasverband, Münsters Diözesancaritasdirektorin Pia Stapel, Martin Schölkopf vom BMG, Anne Eckert, Bereichsleiterin Altenhilfe und Jonas Vorderwülbecke, Referent für Pflege und Pflegeausbildung, beide von der Caritas für das Bistum Münster (von links). Foto: Foto: Carolin Kronenburg / Caritas für das Bistum Münster

DRK-Präsidentin Gerda Hasselfeldt verwies darauf, dass laut Statistischem Bundesamt im Jahr 2049 in Deutschland mindestens 280.000 Pflegekräfte fehlen werden. Um dem Arbeitskräftemangel entgegenzutreten, braucht es laut DRK vor allem politischen Willen. Unter anderem müsse das Ausbildungssystem bundesweit harmonisiert werden, vom Pflegebasiskurs über die berufliche Pflege bis hin zum Universitätsabschluss. Außerdem müssten die Befugnisse und Kompetenzen des Pflegefachpersonals jenseits von ärztlicher Aufsicht erweitert werden.

Der Deutsche Evangelische Verband für Altenarbeit und Pflege (DEVAP) appelliert an die Verantwortlichen, die Potenziale und Kompetenzen der Pflegekräfte endlich anzuerkennen und in Zeiten knapper Personalressourcen zu nutzen. Wilfried Wesemann, Vorsitzender des DEVAP: „Wir müssen das Pflegepersonal in der ambulanten und stationären Pflege kompetenzorientiert einsetzen.“ Die Neuordnung anhand der jeweiligen Kompetenzen und die Stärkung der Berufsautonomie seien wichtige Hebel.

AGVP: Heimsterben stoppen

Der Arbeitgeberverband Pflege (AGVP) unterstützt das Vorhaben, die Pflegeberufe neu zu ordnen. AGVP-Präsident Thomas Greiner: „Noch wichtiger wird es, das Geplante auch gut umzusetzen.“ Der Bundesgesundheitsminister müsse die Altenpflege auf ein solides Fundament stellen. Bisher fehle die große Kraftanstrengung, das Heimsterben zu stoppen.

Der diesjähirge Internationale Tag der Pflegenden steht unter dem Motto „Our Nurses. Our Future. The economic power of care.“ Christine Vogler, Präsidentin des Deutschen Pflegerats, betont: „Der Internationale Tag der Pflegenden lenkt in diesem Jahr zu Recht den Blick auf die wirtschaftliche Kraft der Profession Pflege. Deutschland muss endlich bereit sein, in die Pflege zu investieren und ihren Wert anzuerkennen. Jeder in die Pflege investierte Euro hat einen vielfach höheren Return on Investment.“

Gut ausgebildete Pflegefachpersonen könnten präventive Maßnahmen umsetzen, die teure Krankenhausaufenthalte und Behandlungen reduzieren, erläutert Vogler. Dafür müssten sie jedoch die Befugnis erhalten.

Mehr Hände für die Pflege

Der Caritasverband für die Diözese Mainz verweist in seiner Mitteilung darauf, dass schnelle und unbürokratische Zugänge in die Altenhilfe auch für Quereinsteiger und Neuzugänge nötig seien. „Politik und Aufsichtsbehörden sind gleichermaßen gefordert, neue Wege einzuschlagen, um zum Beispiel Anerkennungsverfahren ausländischer Berufsqualifikationen zu beschleunigen oder die Zugangsberechtigung zur Ausbildung für Menschen ohne Realschulabschluss zu ermöglichen“, so Beate Schywalski, Referentin für Altenhilfe und Betriebswirtschaft im Caritasverband für die Diözese Mainz.

Eine Kiste voller Postkarten hat eine Caritas-Delegation um  Münsters Diözesancaritasdirektorin Pia Stapel am 7. Mai nach Berlin gebracht und damit Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach darauf aufmerksam gemacht, was Pflege heute braucht. „Mehr Zeit für die pflegebedürftigen Menschen, Abbau von Bürokratie und mehr Vertrauen in pflegerische Kompetenzen“, fasste Stapel als zentrale Wünsche von Pflegekräften und Pflegebedürftigen zusammen.

Der Tag der Pflegenden wird als internationaler Aktionstag jährlich am 12. Mai begangen. Er geht auf den Geburtstag von Florence Nightingale (1820-1910) zurück , die als Pionierin der modernen Krankenpflege gilt.