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Pflege in Krisen: Projekt Modina bringt Disaster Nursing in Pflegeausbildung

Im Projekt Modina sind Lehr- und Lernmaterialien für Disaster Nursing in der Pflegeausbildung entstanden. Das vom Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) beauftragte Modul umfasst 40 Unterrichtseinheiten und steht Pflegeschulen kostenfrei zur Verfügung. Die Projektpartner fordern eine verbindliche Verankerung der Pflege im Bevölkerungsschutz.

Notfall
Das Modul „Disaster Nursing“ vermittelt angehenden Pflegefachpersonen zentrale Krisenkompetenzen – ergänzt durch realitätsnahe Planspiele zu Pandemie, Cyberangriff und Unwetterereignis. Foto: Adobe Stock/Hedgehog94

Das neue Modul „Pflege in Krisen und Katastrophen“ ist seit kurzem über das BIBB abrufbar. Nach Angaben des Instituts eignen sich die Lehr- und Lernmaterialien auch für den Einsatz in der pflegerischen Fort- und Weiterbildung sowie in primärqualifizierenden Studiengängen. Ziel sei es, Pflegefachpersonen frühzeitig auf außergewöhnliche Einsatzlagen wie Pandemien, Naturkatastrophen oder Cyberangriffe vorzubereiten.

Planspiele zu drei Krisenszenarien

Das Modul kombiniert nach BIBB-Angaben theoretische Grundlagen mit praxisorientierten Lehrformaten. Ein besonderer Fokus liegt auf realitätsnahen Planspielen zu den Themen Pandemie, Naturkatastrophe und Cyberangriff.

Konsortium aus Schwesternschaften und Forschung

Entwickelt wurde das Modul über zwei Jahre von einem Konsortium unter Federführung der DRK-Schwesternschaft Bonn und der Württembergischen Schwesternschaft vom Roten Kreuz. Beteiligt waren zudem die Frankfurt University of Applied Sciences, das Fraunhofer-Institut für Arbeitswirtschaft und Organisation IAO sowie das Institut für europäische Gesundheits- und Sozialwirtschaft (IEGUS). Als Orientierung dienten nach Angaben der Projektpartner unter anderem die internationalen Core Competencies in Disaster Nursing des International Council of Nurses aus dem Jahr 2019.

Projektpartner sehen Politik in der Pflicht

Mit dem Abschluss des Projekts seien Pflege und Berufsbildung einen „entscheidenden Schritt hin zur Krisenresilienz in der Pflege gegangen“, erklärt Projektleiterin Dr. Frauke Hartung von der DRK-Schwesternschaft Bonn bei der Abschlussveranstaltung laut springerpflege.de. Um die Pflege noch besser auf Krisen- und Katastrophenlagen vorzubereiten, sei aus Sicht der Projektpartner vor allem die Politik gefordert. Pflege müsse verbindlich in den Bevölkerungsschutz integriert werden, dafür brauche es die notwendigen finanziellen und rechtlichen Rahmenbedingungen. Hintergrund seien insbesondere die Erfahrungen aus der Corona-Pandemie und der Hochwasserkatastrophe im Ahrtal 2021, die deutlich gemacht hätten, dass die pflegerische Versorgung vulnerabler Gruppen auch in Krisen gesichert sein müsse.

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