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Neunter Altersbericht: Ungleichheit und Ausgrenzung verringern
Der Neunte Altersbericht macht deutlich: Ältere Menschen in Deutschland leben heute so vielfältig wie nie zuvor. Dennoch muss Altersdiskriminierung abgebaut werden.
Das zeigt der Neunte Altersbericht, den Bundesseniorenministerin Lisa Paus (Grüne) am 8. Januar im Kabinett vorgestellt hat. Begleitet wurde sie von Prof. Dr. Martina Brandt, Vorsitzende der Sachverständigenkommission.
„Der Altersbericht zeigt eindrucksvoll, wie vielfältig die Lebensrealitäten älterer Menschen in Deutschland sind“, betonte Paus. „Diese Vielfalt gilt es nicht nur anzuerkennen, sondern aktiv zu fördern. Dabei müssen alle älteren Menschen die gleichen Chancen auf Teilhabe haben – unabhängig von Geschlecht, Herkunft oder sozialer Lage.“ Besonders benachteiligt sind nach wie vor viele Frauen, insbesondere solche mit Migrationshintergrund, erklärte die Ministerin. Initiativen wie der „Digitalpakt Alter“ oder die „Strategie gegen Einsamkeit“ sollen den sozialen Zusammenhalt stärken und digitale Teilhabe fördern.
Ageismus und Ausgrenzung im Blickpunkt
Der Bericht beleuchtet auch Ausgrenzung und Diskriminierung im Alter. Besonders betroffen seien ältere Menschen, die in Armut oder prekären Wohnverhältnissen leben, Gewalt erfahren oder sozial isoliert sind. Auch in Lebenssituationen, bei denen Pflegebedürftigkeit, soziale Isolation und Einsamkeit zusammentreffen, können die Teilhabechancen eingeschränkt sein. Besonders Ältere aus den Gruppen Migrant*innen, LSBTIQ* und Frauen sind benachteiligt sind.
Diskriminierung aufgrund des Alters, sogenannter Ageismus, sei ein weit verbreitetes Problem, so die Expert:innen. „Das zeigt sich etwa in der Annahme, dass ältere Menschen weniger leistungsfähig oder lernfähig seien“, erklärte Brandt. Eine diskriminierende Kommunikation, etwa in Form von übertrieben langsamer und vereinfachter Sprache, sei ein Ausdruck solcher Stereotype.
„Das Älterwerden der Gesellschaft bietet viele Chancen. Um in Zeiten von Herausforderungen und Krisen die selbstbestimmte gleichberechtigte Teilhabe aller älteren Menschen sicherzustellen und zu verbessern, müssen wir gemeinsam eine integrierte Politik für ein gutes Leben im Alter entwickeln“, sagte Brandt. Die Vorsitzende der Berichtskommission forderte, Altersdiskriminierung abzubauen und eine diversitätssensible Gesundheitsversorgung zu fördern.
Empfehlungen für Politik und Gesellschaft
Die Sachverständigenkommission spricht in ihrem Bericht 31 konkrete Empfehlungen aus. Neben der Sicherung der materiellen Lage im Alter und der Bekämpfung von Diskriminierung stehen auch Maßnahmen zur Förderung von Engagement und politischer Beteiligung im Fokus.
Der Altersbericht, der seit 1993 alle vier Jahre erscheint, untersucht diesmal die Vielfalt der Lebenssituationen und Teilhabemöglichkeiten älterer Menschen. Thematisiert werden unter anderem Gesundheit, Wohnen, soziale Beziehungen und Erwerbsarbeit.
Weitere Informationen finden Sie auf der Webseite des Neunten Altersberichts: www.neunter-altersbericht.de.
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