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VdK fordert Pflege als kommunale Pflichtaufgabe

Der Sozialverband VdK Hessen-Thüringen warnt vor einer Versorgungskrise in der Pflege. Die Kommunen sollen für die Sicherstellung der Pflege verantwortlich werden.

VdK-Landesvorsitzender Paul Weimann (rechts) mit der Hessischen Ministerin für Arbeit, Integration, Jugend und Soziales, Heike Hofmann. Foto: © VdK Hessen-Thüringen

Beim Neujahrsempfang des VdK Hessen-Thüringen in Frankfurt hat Landesvorsitzender Paul Weimann gefordert, die Sicherstellung der Pflege zur kommunalen Pflichtaufgabe zu machen. Vor rund 200 Gästen, darunter die hessische Sozialministerin Heike Hofmann, verwies Weimann auf eine sich zuspitzende Versorgungslage.

Zahl der Pflegebedürftigen steigt

Laut hessischem Pflegebericht wird die Zahl der Pflegebedürftigen in den kommenden fünf Jahren um 11,7 Prozent steigen. Derzeit leben in Hessen rund 425.000 Menschen mit einem Pflegegrad. Davon werden etwa 366.000 Personen zu Hause betreut, was einem Anteil von 86,4 Prozent entspricht.

„Wir dürfen die Menschen nicht alleinlassen“, sagte Weimann. Hilfsangebote und Unterstützungsleistungen müssten für Pflegebedürftige und ihre Angehörigen ohne bürokratische Hürden zugänglich sein.

Kommunen sollen Versorgung steuern

Nach Auffassung des VdK sind die Kommunen in der Lage, Maßnahmen zur Daseinsvorsorge passgenau umzusetzen. Sie sollten die soziale Infrastruktur so gestalten, dass familiäre, nachbarschaftliche und professionelle Hilfsformen ineinandergreifen.

Der Verband setzt sich zudem für einen einfacheren Zugang zur Nachbarschaftshilfe ein. In Hessen müssen Nachbarschaftshelfer einen Erste-Hilfe-Kurs nachweisen, der nicht länger als drei Jahre zurückliegt. Thüringen hat kürzlich beschlossen, die Teilnahme an einer Pflegeschulung nicht mehr vorauszusetzen.

Damit die Kommunen die Planung und Steuerung der Pflege übernehmen können, fordert der VdK eine entsprechende finanzielle Ausstattung über eine Erhöhung der Mittel des kommunalen Finanzausgleichs.