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VDAB-Chef Knieling: Pflegereform-Workshops enttäuschen

Die jüngsten Workshop-Runden der Bund-Länder-Arbeitsgruppe zum „Zukunftspakt Pflege“ stoßen beim Verband Deutscher Alten- und Behindertenhilfe (VDAB) auf scharfe Kritik. Geschäftsführer Thomas Knieling zeigt sich ernüchtert und vermisst wegweisende Ansätze. Während das Gesundheitsministerium für Februar 2026 einen Finanzierungsvorschlag ankündigt und die Reform Ende 2026 in Kraft treten soll, fordert der Verband einen „echten Systemwechsel“

Thomas Knieling, VDAB Bundesgeschäftsführer
Thomas Knieling: "Mutige Schritte zu mehr Flexibilität, Entbürokratisierung und einer effizienteren Leistungsstruktur sind bis jetzt ausgeblieben." Foto: VDAB

„Die Workshops haben bislang vor allem eines geliefert: eine Sammlung bekannter Einzelmaßnahmen, aber keine klare politische Zielrichtung für die Pflege“, urteilt Knieling scharf. Trotz großer Ankündigungen fehlten Antworten auf die Kernfragen der Versorgungssicherheit und Finanzierbarkeit. Der Verband hatte an zwei Workshops teilgenommen – im September 2025 und zur Präsentation der Ergebnisse im Januar 2026.

Praxis zu spät eingebunden

Besonders kritisch sieht der VDAB-Geschäftsführer den Beteiligungsprozess: „Besonders problematisch ist, dass die Praxis zu spät und nur unzureichend eingebunden wurde.“ Die thematisch gegliederten Workshop-Formate hätten nicht zu den erhofften Durchbrüchen geführt. „Mutige Schritte zu mehr Flexibilität, Entbürokratisierung und einer effizienteren Leistungsstruktur sind bis jetzt ausgeblieben“, so Knieling gegenüber care konkret.

Der VDAB-Chef fordert einen grundlegenden Kurswechsel: „Nun braucht es einen echten Systemwechsel – mit klaren Prioritäten, mehr unternehmerischer Freiheit und einer ehrlichen Debatte über Eigenverantwortung undFinanzierung.“ An die Adresse von Gesundheitsministerin Warken richtet er den unmissverständlichen Appell, „jetzt endlich zu handeln.“

Roadmap trotz Kritik unverändert

Laut der verabschiedeten Roadmap hält das Bundesgesundheitsministerium am Zeitplan fest. Nach einem Ministergespräch zur Finanzierung im Februar 2026 soll ein Gesetzentwurf erarbeitet werden, der Ende 2026 in Kraft treten könnte – ob die fundamentale Kritik der Praxisvertreter dabei noch Berücksichtigung findet, bleibt offen. (sts)