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TI 2.0: Einfacher Zugriff ohne Konnektor

Die Telematikinfrastruktur wird durch die softwarebasierte Anbindung ohne Konnektoren nutzerfreundlicher, mobiler, robuster – und kostengünstiger. Die Umstellung auf TI 2.0 erfolgt in mehreren Phasen und wird als „as-a-serive“-Modell angeboten.

Foto: CGM Thorsten Blocher, Senior Business Development Manager Social, CGM, stellt am 13. November auf der Altenheim Digital Konferenz „Telematikinfrastruktur umsetzen und finanzieren“ anhand eines Praxisbeispiels die Funktionsweise der TI 2.0 vor.

Das Softwareunternehmen CGM wurde von der Gematik beauftragt, die neue Architektur der TI 2.0 zu entwickeln und zu testen. Im Kurzinterview gibt Thorsten Blocher, Senior Business Development Manager Social, CGM Sozial, Einblicke in die Hintergründe, Ergebnisse und Vorteile der TI 2.0 für Pflegeeinrichtungen. Gemeinsam mit Marc Ockenfels, Senior Solution Architect Telematikinfrastruktur sind beide Referenten auf der digitalen Konferenz „Telematikinfrastruktur umsetzen und finanzieren“ am 13. November.

Die Gematik hat sich für eine grundlegende Modernisierung der TI entschieden, die eine Anbindung ohne Hardware-Konnektoren vorsieht. Was steckt dahinter?
Seit Veröffentlichung des Whitepapers Telematikinfrastruktur 2.0 (TI 2.0) durch die gematik steht ein „Weißer Elefant“ im Raum. Es ist eine Dynamik entstanden, die Industrie und Anwender zum Mitdenken an einer zukünftigen TI veranlasst. Damit einher geht die Idee einer grundlegenden Modernisierung der Telematikinfrastruktur. Einer TI mit mobilen Geräten, so einfach und stabil nutzbar wie das Online-Banking. Ohne Konnektoren mit digitalen Identitäten. Doch die Konnektoren haben eine zentrale Aufgabe, die Verschlüsselung. Allerdings wird es mit Einführung der elektronischen Patientenakte für Alle (ePA 3.0) im Jahr 2025 eine Verschlüsselung ohne Konnektor geben.

Die TI-Anbindung erfolgt dabei generell als „as-a Service“-Modell. Wie kommt hier die TI 2.0 ins Spiel?
Die Migrationsstrategie, weg vom Konnektor, bedeutet zunächst, dass der Konnektor nicht mehr in der Einrichtung des Pflegedienstes steht, sondern als Konnektor as-a Service im Rechenzentrum (RZ) bereitgestellt wird. Hierzu gibt es verschiedene Angebote am Markt, bis hin zu einem Pauschalangebot wie CGM MANAGED TI, das als Innovationsversprechen auch den zweiten Schritt berücksichtigt. Der zweite Schritt ist recht unspektakulär, da die Einrichtung es nicht mitbekommen wird. Die einzelnen Konnektoren im RZ werden durch einen High-Speed-Konnektor (HSK) mit einem TI-Gateway getauscht. Der dritte Schritt, macht den HSK überflüssig. Jeder der berechtigt ist, mit der TI 2.0 zu kommunizieren, kann dies über sein mobiles Endgerät tun. Voraussetzung ist, das Endgerät ist vertrauenswürdig.

Wo stehen wir heute konkret bei der TI 2.0?
Heute liegt ein Proof of Concept, ein Migrationskonzept von der TI 1.0 zur TI 2.0 sowie ein TI 2.0 Demonstrator vor, den wir am 13. November 2024 auf der Digitalen Altenhilfe Konferenz der Pflege in einem intersektoralen Anwendungsfallvorstellen werden. Die Arbeitsergebnisse der Ausschreibung fließen nun in einen Umsetzungsprozess der gematik ein, an dessen Ende wir eine neue TI 2.0 haben werden. Ganz konkret, werden die folgenden Dienste auf Basis der TI 2.0 bereitgestellt werden. PoPP (Proof of Patient Presence = Remote Besuch des Klienten in der Arztpraxis) und die E-Rechnung (=Einreichung von medizinischen Dienstleistungen).

Was bedeutet das für den Weg in die TI und die künftige Nutzung?
Für Einrichtungen der Altenhilfe bedeutet es, dass die Anbindung an die ePA mit der aktuellen TI 1.0 erfolgen wird. Als Herausforderung nehmen wir wahr, dass Einrichtungen sich bis dahin hinsichtlich der Aktualität und Sicherheit ihrer Endgeräte besser aufstellen müssen. Technische Stichworte sind hier Mobile-Device-Management (MDM), Endpoint Protection und ZERO-Trust Umgebung. Denn nur aktuelle und sichere Endgeräte werden Zugriff auf die TI 2.0 erhalten. Der Übergang zur TI 2.0 und das Verschwinden der Konnektoren aus der TI wird im Hintergrund erfolgen. Der Endanwender wird das Sicherheitsniveau der TI, vergleichbar mit dem heutigen Online-Banking, nicht mehr wahrnehmen.

Die Fragen stellte Ina Füllkrug

Veranstaltungstipp:

Am 13. November 2024 von 10:30 bis 15:15 Uhr findet das Online-Event „Telematikinfrastruktur umsetzen und finanzieren“ statt. Expert:innen wie Dr. Anika Heimann-Steinert, Dr.-Ing. Dietmar Wolff, Nele Stock, Dag Ruddigkeit, Marc Ockenfels, Thorsten Blocher und Thomas Althammer geben wertvolle Einblicke in die Umsetzung und Finanzierung der Telematikinfrastruktur.

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