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Thüringens Pflege setzt auf Fachkräfte aus Drittstaaten

Rund 29 Prozent der ausländischen Pflegekräfte in Thüringen stammen aus Ländern außerhalb der Europäischen Union. Das teilte die Regionaldirektion Sachsen-Anhalt-Thüringen der Bundesagentur für Arbeit mit. Ohne diese Beschäftigten stünde die Pflegebranche nach Angaben der Behörde vor größeren personellen Engpässen.

Internationale Pflegekräfte Gespräch
Damit Thüringen als Arbeitsort attraktiv bleibe, brauche es eine gelebte Willkommenskultur in den Betrieben. Gerade in der Pflege sei die Gewinnung qualifizierter Fachkräfte aus dem Ausland ein zentraler Baustein, um die Versorgung langfristig zu sichern, so Markus Behrens, Chef der Regionaldirektion Sachsen-Anhalt-Thüringen. Foto: Adobe Stock/Rawpixel.com

Ende vergangenen Jahres arbeiteten laut Regionaldirektion mehr als 4.330 ausländische Beschäftigte sozialversicherungspflichtig in Pflegeberufen im Freistaat. Davon kamen mehr als 1.240 aus dem außereuropäischen Ausland. Die meisten stammten aus Vietnam (337), den Philippinen (164) und Indien (152).

Deutlicher Anstieg seit dem Jahr 2020

Im Vergleich zu 2020 hat sich die Zahl der Pflegekräfte aus Drittstaaten den Angaben nach um 870 erhöht. Hintergrund sei der seit 2017 demografisch bedingte Rückgang deutscher Beschäftigter sowie ein wachsender Fachkräftemangel, der sich durch Zuwanderung aus anderen EU-Ländern allein nicht mehr ausgleichen lasse.

Behörde fordert Willkommenskultur in Betrieben

„Die Gewinnung von Fachkräften aus dem Ausland ist ein entscheidender Hebel gegen den zunehmenden Fachkräftemangel“, erklärte Markus Behrens, Chef der Regionaldirektion Sachsen-Anhalt-Thüringen. Damit Thüringen als Arbeitsort attraktiv bleibe, brauche es eine gelebte Willkommenskultur in den Betrieben. Gerade in der Pflege sei die Gewinnung qualifizierter Fachkräfte aus dem Ausland ein zentraler Baustein, um die Versorgung langfristig zu sichern.

Fachkräfteeinwanderungsgesetz soll Verfahren erleichtern

Das 2020 in Kraft getretene Fachkräfteeinwanderungsgesetz hat laut Behrens die rechtlichen Voraussetzungen geschaffen, um den Zuzug von Fachkräften zu erleichtern. Nun müssten alle Beteiligten in Thüringen an einem Strang ziehen, um die Verfahren so schlank wie möglich zu gestalten. Insgesamt waren Ende vergangenen Jahres in Thüringen 82.398 Ausländer sozialversicherungspflichtig beschäftigt, mehr als die Hälfte davon aus Ländern außerhalb der EU. Zwischen 2020 und 2025 hat sich deren Zahl von 21.164 auf 46.422 mehr als verdoppelt.