News

Stromausfall in Berlin trifft auch Pflegeheime hart

Der großflächige Stromausfall im Südwesten Berlins hat auch Pflegeheime vor große Herausforderungen gestellt. Die Berliner Feuerwehr bestätigte, dass Bewohner und Patienten aus mindestens zwei Pflegeheimen vorsorglich in andere Einrichtungen verlegt wurden. Die Lage sei besonders anspruchsvoll, da viele pflegebedürftige Menschen betroffen seien. Betroffen war unter anderem eine Einrichtung des Betreibers Domicil. Inzwischen haben die meisten betroffenen Einrichtungen wieder Strom.

Ein Einsatzfahrzeug der Hilfsorganisation «Die Johanniter» holt Bewohner eines Seniorenpflegeheims ab, um sie in andere Einrichtungen zu verlegen.
Ein Einsatzfahrzeug der Hilfsorganisation "Die Johanniter" holt Bewohner eines Seniorenpflegeheims ab, um sie in andere Einrichtungen zu verlegen. Foto: picture alliance/dpa | Michael Ukas

Vom Stromausfall sind auch zahlreiche Pflegeeinrichtungen und pflegebedürftige Menschen in ihren Wohnungen betroffen. Mehrere hundert Einsatzkräfte der Berufs- und Freiwilligen Feuerwehr sowie des Technischen Hilfswerks und weiterer Hilfsorganisationen seien im Einsatz gewesen. Zwei Tage nach dem Stromausfall im Berliner Südwesten sind 64 von 74 Pflegeheimen im betroffenen Gebiet inzwischen wieder mit Strom versorgt. Die restlichen zehn sollten noch im Laufe des Tages folgen, sagte Berlins Regierender Bürgermeister Kai Wegner (CDU) am Montag in der Hauptstadt. Der Pflegebereich funktioniert laut Wegner. Er sei nicht an den Rand seiner Kapazitäten gekommen.

Betroffen war unter anderem eine Einrichtung des Betreibers Domicil Senioren-Residenzen in Berlin‑Zehlendorf, die aus Sicherheitsgründen vollständig geräumt werden musste.

„Leider ist auch unsere Einrichtung in der Fürstenstraße betroffen. Aus Gründen der Sicherheit musste sie vollständig evakuiert werden“, schrieb DOMICIL‑Vorstandschef Christian Nitsche in einem Beitrag auf LinkedIn. Mitarbeitende aus 15 weiteren Berliner Häusern hätten kurzfristig unterstützt, Fahrzeuge organisiert und die Versorgung mit Speisen und Getränken sichergestellt. Nitsche sprach von außergewöhnlichem Engagement und gelebter Solidarität innerhalb des Unternehmens.

Die Berliner Feuerwehr verlegte nach eigenen Angaben Bewohnerinnen und Bewohner aus mindestens zwei Pflegeheimen vorsorglich in andere Einrichtungen. Die Lage sei herausfordernd, da viele pflegebedürftige Menschen betroffen seien, sagte Feuerwehr‑Sprecher Vinzenz Kasch. Mehrere hundert Einsatzkräfte der Berufs- und Freiwilligen Feuerwehr sowie des Technischen Hilfswerks und weiterer Hilfsorganisationen seien im Einsatz gewesen.

Der Verband Deutscher Alten- und Behindertenhilfe (VDAB) fordert bessere Vorsorge für Pflegeeinrichtungen. „Der großflächige Stromausfall in Berlin zeigt, wie fragil die Infrastruktur sein kann“, erklärte VDAB-Bundesgeschäftsführer Thomas Knieling. Einrichtungen im Gesundheits- und Pflegebereich seien Teil der öffentlichen Daseinsvorsorge und bräuchten „Zugang zu sicherer und im Notfall auch autarker Energieversorgung“. Dies werde derzeit für Pflegeeinrichtungen jedoch nicht refinanziert und könne deshalb nicht vorgehalten werden. „Dies sollte sich perspektivisch dringend ändern“, betonte Knieling.

Nach Angaben des Netzbetreibers Stromnetz Berlin waren 45.400 Haushalte und 2.200 Betriebe ohne Strom, wie Sprecher Henrik Beuster der Deutschen Presse-Agentur sagte. Der Ausfall betraf vor allem den Bezirk Steglitz‑Zehlendorf. Auch mehrere Krankenhäuser seien in dem Gebiet betroffen gewesen.