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Sozialwirtschaft: Jeder dritte Träger schreibt weiterhin rote Zahlen

Die wirtschaftliche Erholung der deutschen Sozialwirtschaft lässt auf sich warten. Trotz leichter Verbesserungen kämpft knapp ein Drittel der Unternehmen weiterhin ums Überleben. Das zeigt das neue Whitepaper von Curacon.

Rotstift
Zwar hat sich der Anteil der Unternehmen mit einem Jahresüberschuss leicht erhöht, doch von einer Entspannung kann laut Curacon nicht die Rede sein. Foto: Adobe Stock/Gina Sanders

Die deutsche Sozialwirtschaft bleibt in einer prekären wirtschaftlichen Lage gefangen. Laut dem neuen Curacon-Whitepaper „Zahlen. Daten. Zukunft – Wirtschaftliche Lage in der Gesundheits- und Sozialwirtschaft“ weisen knapp ein Drittel der Träger in der Sozialwirtschaft auch 2024 einen Jahresfehlbetrag aus. Zwar hat sich der Anteil der Unternehmen mit einem Jahresüberschuss leicht erhöht, doch von einer Entspannung kann laut Curacon nicht die Rede sein.

Die Auswertung der Jahresabschlüsse für das Geschäftsjahr 2024 aus der Curacon-Benchmark-Datenbank offenbart eine zunehmende Polarisierung der Branche: Während einige Einrichtungen solide wirtschaften, kämpfen andere weiterhin um ihre Existenz. Besonders ausgeprägt sind die Unterschiede zwischen den verschiedenen Teilbranchen.

Stationäre Altenhilfe trotz Wachstum unter Druck

Die stationäre Altenhilfe präsentiert sich als Sorgenkind der Branche. Obwohl die Einrichtungen laut Curacon 2024 ein Umsatzwachstum von über elf Prozent verzeichneten, blieb die wirtschaftliche Erholung aus. Die Umsatzrendite stieg lediglich minimal von null Prozent im Jahr 2023 auf ein Prozent in 2024.

Besonders alarmierend entwickelte sich das Betriebsergebnis pro Platz. Nach einem bereits drastischen Einbruch von rund 1.200 Euro im Jahr 2022 auf 190 Euro in 2023, stagnierte der Wert 2024 bei nur 180 Euro pro Platz. Die deutlich gestiegenen Personalkosten zehren laut der Analyse einen Großteil der Umsatzsteigerungen wieder auf.

Ambulante Pflege als Lichtblick

Deutlich positiver entwickelte sich die ambulante Altenhilfe. Diese Sparte profitierte laut Curacon von einer steigenden Nachfrage und höheren Erstattungsbeträgen der Pflegekassen. Trotz ebenfalls steigender Personalkosten kletterte die Umsatzrendite von null Prozent in 2023 auf etwa 2,5 Prozent im vergangenen Jahr.

In der Kinder- und Jugendhilfe sowie in der Eingliederungshilfe stabilisierte sich die Lage im Vergleich zum Vorjahr. Hier weisen laut der Analyse nur etwa 27 Prozent der Unternehmen einen Jahresverlust auf.

Strukturelle Herausforderungen erfordern neue Strategien

„Viele Marktteilnehmer sind wirtschaftlich stark gefordert und müssen im Spannungsfeld vom bestehenden Leistungsumfang, Fachkräftemangel, deutlichen Kostensteigerungen und angespannter Finanzlage der Kostenträger agieren“, erklärt Niels Wantia, Leiter des Researchs bei Curacon. Als Lösungsansätze nennt er zukunftssichere Strategien, Effizienzsteigerungen und eine gezielte Personalgewinnung.

Das Whitepaper basiert erstmals auf Auswertungen der Curacon-Benchmark-Datenbank und soll die wirtschaftlichen Entwicklungen der verschiedenen Branchen vergleichbar machen. Das Whitepaper erscheint in Kürze und kann kostenfrei unter www.curacon.de/whitepaper runtergeladen werden.