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Rummelsberger Diakonie wandelt sich in gemeinnützige Aktiengesellschaft um

Die Rummelsberger Dienste für Menschen gGmbH wird zur gemeinnützigen Aktiengesellschaft. Der bayerische Sozialdienstleister verspricht sich davon mehr Flexibilität bei Finanzierung und Kooperationen.

Die Vorstandsmitglieder Dr. Tobias Gaydoul, Diakonin Christine Meyer, Karl Schulz und Diakon Peter Barbian mit Aufsichtsratsvorsitzendem Prof. Dr. Stefan Ark Nitsche (Mitte) wollen handlungsfähig bleiben und die Zukunft aktiv gestalten. Foto: Rummelsberger Diakonie/Phillip Reizner

Die Rummelsberger Diakonie hat ihre operative Gesellschaft in eine gemeinnützige Aktiengesellschaft (gAG) umgewandelt. Aus der Rummelsberger Dienste für Menschen gGmbH wurde die Rummelsberger Dienste gAG. Laut Aufsichtsratsvorsitzendem Prof. Dr. Stefan Ark Nitsche handelt es sich um die „konsequente Weiterentwicklung des diakonischen Unternehmens“, die das Traditionsunternehmen „zukunftsfest“ aufstellen soll.

Der 1890 gegründete Sozialdienstleister betreibt nach eigenen Angaben mehr als 350 Dienste und Einrichtungen für verschiedene Zielgruppen. Über 6.400 Mitarbeitende betreuen rund 14.000 Menschen. Mit einem Jahresumsatz von etwa 400 Millionen Euro zählt die Rummelsberger Diakonie zu den größten diakonischen Trägern in Deutschland und bezeichnet sich als einen der größten Anbieter in der bayerischen Sozialwirtschaft.

Aktienrecht soll Transparenz und Stabilität schaffen

Die neue Rechtsform soll dem Unternehmen flexible Finanzierungs- und Beteiligungsmodelle ermöglichen. „Das Aktienrecht gilt auch für uns, obwohl wir nicht börsennotiert sind. Das schafft klare Strukturen und Transparenz“, erläutert Dr. Tobias Gaydoul, Vorstand der Rummelsberger Diakonie. Die gAG sei ein „Stabilitätsfaktor“, der es erlaube, „Ressourcen optimal zu nutzen und Kooperationen gezielt auszubauen“.

Laut Gaydoul will das Unternehmen „handlungsfähig bleiben und die Zukunft aktiv gestalten – mit einer Balance aus gesellschaftlichem Engagement, ökologischer Verantwortung und wirtschaftlicher Vernunft“. Die Struktur der gemeinnützigen Aktiengesellschaft eröffne neue Möglichkeiten, Knowhow zu bündeln und das Leistungsspektrum zu erweitern sowie nachhaltig zu wachsen.

Digitalisierung als Ergänzung zum menschlichen Einsatz

Die Rummelsberger Diakonie sieht sich mit veränderten Anforderungen in der Sozialwirtschaft konfrontiert. Digitalisierung, Nachhaltigkeit und ethisches Handeln seien zentrale Themen geworden. „Technologie wird den menschlichen Einsatz ergänzen. Wir nutzen sie, wo sie Teilhabe erleichtert und unsere Arbeit effizienter macht“, erklärt Karl Schulz, ebenfalls Vorstand der Rummelsberger Diakonie.

Für die Entwicklung weiterer Angebote sieht das Unternehmen jedoch die Politik in der Pflicht. „Wir wollen weitere kreative Angebote entwickeln – das geht aber nicht ohne die Politik. Es braucht einen großen Plan für die Sozial- und Gesundheitspolitik, damit wir Menschen mit Unterstützungsbedarf weiterhin würdig begleiten können“, so Schulz.

Der Rummelsberger Diakonie e.V. bleibt Hauptaktionär der neuen gemeinnützigen Aktiengesellschaft. Das Unternehmen betont, seinem „Kernauftrag treu“ zu bleiben: „Menschen an ihrer Seite zu begleiten“.