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PKV-Studie: Sozialer Pflegeversicherung droht starker Beitragsanstieg

Das Wissenschaftliche Institut der PKV (WIP) hat die Beitragsentwicklung in der Sozialen Pflegeversicherung (SPV) bis 2040 hochgerechnet. Fazit: Die umlagefinanzierte Pflegeversicherung steht massiv unter Druck.

Die Soziale Pflegeversicherung lebe seit Jahren über ihre Verhältnisse, moniert der PKV-Verband. Das werde höhere Beiträge notwendig machen. Foto: Adobe Stock/ weyo

Die Versicherten der SPV müssen in den nächsten Jahren mit stark steigenden Beiträgen rechnen. Zu diesem Ergebnis kommt die neue WIP-Studie „Zur Zukunftsfähigkeit der Sozialen Pflegeversicherung„. Setze sich der Trend der letzten 20 Jahre fort, müsste der Beitragssatz für SPV-Versicherte ohne Kinder schon 2030 bei 5,9 Prozent liegen (2024: 4,0 Prozent). Bis ins Jahr 2040 würde sich der Beitragssatz sogar mehr als verdoppeln.

„Die Soziale Pflegeversicherung lebt seit Jahren über ihre Verhältnisse. Ein ‚Weiter so‘ wird es nicht geben können, die hohe Steuer- und Abgabenquote schwächt die internationale Wettbewerbsfähigkeit“, kommentiert der Leiter des WIP, Frank Wild, die Ergebnisse der Beitragssatzprognose in einer aktuellen Pressemitteilung des PKV-Verbandes.

„Diese alarmierenden Daten zeigen: Wer Leistungsausweitungen in der umlagefinanzierten Pflegeversicherung fordert, verursacht eine Kostenexplosion und belastet rücksichtslos die Beitragszahler und deren Arbeitgeber“, erklärt PKV-Verbandsdirektor Florian Reuther.

Immer höhere Beiträge oder zusätzliche Steuerzuschüsse seien keine generationengerechte Lösung. Dringend nötig wäre stattdessen mehr kapitalgedeckte Vorsorge. Sonst würden die alternden Babyboomer-Jahrgänge das umlagefinanzierte System der Pflegekassen überfordern, so Reuther weiter.

„Für eine nachhaltige Finanzreform setzen Wissenschaftler wie der Pflege-Expertenrat unter Prof. Wasem oder der Beirat des Bundeswirtschaftsministeriums auf eine kapitalgedeckte Pflegezusatzversicherung. Solche privaten oder betrieblichen Vorsorge-Lösungen kann die Politik mit einfachen Mitteln fördern, etwa durch Abgabenfreiheit der Beiträge“, empfiehlt der PKV-Verbandsdirektor.

Auch die Betriebskrankenkassen sehen die soziale Pflegeversicherung vor enormen finanziellen Herausforderungen und haben die Bundesregierung kürzlich aufgerufen, ihr Reformtempo zu erhöhen.