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Pflegeimmobilien ziehen wieder Kapital an – doch Investitionsstau bleibt enorm

Internationale Kapitalgeber investieren wieder verstärkt in deutsche Pflegeheime. Gleichzeitig warnen Branchenvertreter vor einem massiven Investitionsstau und fordern weniger Bürokratie.

„Pflegeheime zählen zur sozialen Infrastruktur Deutschlands und ziehen damit auch immer mehr institutionelles Kapital an“, sagt Christian Mörke, Geschäftsführer von Cureus. Internationale Investoren zeigten ein hohes Interesse am deutschen Markt für Pflegeimmobilien – so stark wie schon lange nicht mehr. Foto: Cureus

Der deutsche Markt für Pflegeimmobilien verzeichnet nach Angaben von Branchenexperten wieder wachsendes Interesse institutioneller Kapitalgeber. Auf einer kürzlichen Pressekonferenz berichteten Vertreter führender Immobilienunternehmen von einer spürbaren Belebung – bei gleichzeitig massivem Nachholbedarf. Laut Christian Mörke, Geschäftsführer des Entwicklers Cureus, sei das Interesse so stark wie seit langem nicht. Jan Linsin von CBRE verwies auf ein Investitionsplus von 18 Prozent im Jahr 2025 – angesichts des allgemeinen Rückgangs bei Immobilieninvestitionen eine auffällige Entwicklung.

Attraktive Renditen treffen auf Milliardenlücke

Für Investoren bieten sich laut Jens Nagel von der Hemsö GmbH derzeit günstige Bedingungen: Renditen für hochwertige Pflegeimmobilien lägen bei rund sechs Prozent. Doch zwischen Kapitaleinsatz und Bedarf klafft eine erhebliche Lücke. Mörke bezifferte den jährlichen Bedarf auf bis zu 300 neue Pflegeheime mit je 100 Betten. Hinzu komme ein Investitionsstau bei Bestandsimmobilien von sechs Milliarden Euro. Nikolai Schmidt von Swiss Life Asset Managers betonte, der Bestand decke den Bedarf schon jetzt nicht – es fehlten Förderprogramme.

Föderalismus bremst Investitionen

Als zentrales Hindernis nannten die Experten den deutschen Föderalismus. Mörke kritisierte fehlende einheitliche Prozesse bei der Pflegeplatzfinanzierung. Statt automatisierter Anpassungen über Indizes würden komplexe Einzelgespräche geführt. Nagel ergänzte, auch große Betreiber müssten administrativ höchst professionell sein, um sich durch diesen Dschungel zu navigieren.

Betreiberwahl entscheidet über Erfolg

Die Auswahl des richtigen Betreibers gewinnt laut Liana Frank von TSC Real Estate an Gewicht. Größe allein schütze nicht vor Insolvenz – lokale Vernetzung sei oft entscheidender. Beim Betreuten Wohnen sieht Nagel ein Grundproblem: Die Kosten seien für viele Rentner zu hoch. Langfristig dürfte der demografische Wandel weitere Investoren anziehen – laut CBRE wird in zehn Jahren jeder Vierte über 67 sein.