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Pflege am Wendepunkt: Jede zweite Fachkraft erwägt Berufsausstieg
Fast die Hälfte aller Pflegekräfte in Europa denkt über einen Ausstieg aus dem Beruf nach. Eine neue Trendstudie zeigt massive Belastungen bei gleichzeitig hoher Motivation der Beschäftigten.
Die europäische Pflege- und Sozialwirtschaft steht vor einer kritischen Situation. Laut der neuen Trendstudie Pflege & Soziales 2025 erwägt fast jede zweite Fachkraft (49,3 Prozent) einen Berufsausstieg. Die von der Myneva Group beauftragte und vom Meinungsforschungsinstitut Civey durchgeführte Untersuchung befragte 2.505 Fachkräfte aus sieben europäischen Ländern.
Als Hauptgründe für die Ausstiegsgedanken nennen die Befragten laut der Studie Stress, unzureichende Bezahlung und fehlende Wertschätzung. Diese Entwicklung könnte die bereits angespannte Fachkräftesituation weiter verschärfen, während gleichzeitig der Pflegebedarf kontinuierlich steigt.
Hohe Motivation trifft auf schwierige Arbeitsbedingungen
Trotz der belastenden Umstände zeigt die Studie eine paradoxe Situation: Die ideelle Motivation der Pflegekräfte bleibt stark ausgeprägt. Über 60 Prozent der Befragten geben laut Myneva Group den direkten Kontakt mit Menschen als Hauptgrund für ihre Berufswahl an. Mehr als die Hälfte möchte einen aktiven gesellschaftlichen Beitrag leisten.
Diese hohe intrinsische Motivation steht jedoch im Kontrast zu den strukturellen Problemen des Sektors. Die Beschäftigten fordern laut der Untersuchung dringend bessere Arbeitsbedingungen und weniger Bürokratie. Das Engagement der Mitarbeiter sei nach wie vor hoch, doch ohne tiefgreifende Reformen drohe eine weitere Verschlechterung der Personalsituation, so die Studienautoren.
Digitalisierung noch am Anfang, KI wird positiv gesehen
Ein weiteres Ergebnis der Studie zeigt den geringen Digitalisierungsgrad in der Pflege auf. Nur 18,6 Prozent der befragten Fachkräfte arbeiten bereits in einem vollständig digitalen, mobilen Umfeld. Die Digitalisierung befinde sich laut Myneva Group noch in den Kinderschuhen.
Dennoch sehen die Pflegekräfte in neuen Technologien große Chancen: Mehr als 70 Prozent bewerten den Einsatz von Künstlicher Intelligenz als sinnvolle Unterstützung bei Routinetätigkeiten. Die Befragten betrachten digitale Werkzeuge und KI-gestützte Anwendungen nicht als Bedrohung, sondern als Möglichkeit zur Entlastung. Diese Technologien könnten laut der Studie die Dokumentation erleichtern, Verwaltungsaufwand reduzieren und den Beschäftigten mehr Zeit für die direkte Betreuung verschaffen.
Europäische Herausforderung erfordert gemeinsame Lösungen
Die Untersuchung zeigt laut Myneva Group ein einheitliches Muster über Ländergrenzen hinweg: Überlastung und Personalmangel seien überall spürbar. Unterschiede bestehen hauptsächlich in der Geschwindigkeit der Digitalisierung und in der Bereitschaft, neue Technologien einzusetzen. Während in einigen Ländern digitale Lösungen bereits stärker etabliert sind, stehen andere noch am Anfang.
„Die Studie macht deutlich, dass Pflege- und Sozialberufe in Europa dringend strukturelle Veränderungen brauchen. Beschäftigte fordern faire Bezahlung, weniger Bürokratie und mehr Zeit für die Menschen“, sagt Dieter Weißhaar, CEO der Myneva Group. Politik, Träger und Anbieter müssten jetzt gemeinsam handeln, um die Arbeitsbedingungen nachhaltig zu verbessern.
Die Trendstudie fungiert laut Myneva Group als Weckruf an Entscheidungsträger in Politik und Gesellschaft. Ohne entschlossene Reformen würden sich immer mehr Fachkräfte aus dem Beruf zurückziehen und die Versorgungssicherheit gefährden – bei gleichzeitig steil ansteigendem Bedarf. Die Pflege- und Sozialwirtschaft brauche jetzt gemeinsame Anstrengungen über Ländergrenzen hinweg.
Die vollständige Trendstudie Pflege & Soziales 2025 mit allen Ergebnissen steht hier zum kostenlosen Download bereit: https://www.myneva.eu/de/ressourcen/downloads/trendstudie-pflege-2025
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