Personal

PeBeM: „Unterschiedlicher Enthusiasmus“ in den Bundesländern

Wie gelingt der Transfer von PeBeM bzw. §113c SGB XI in den Arbeitsalltag, wie steht es um die Landesrahmenverträge und was hat das alles für Auswirkungen auf Verträge und Praxis in den Bundesländern?

ALTENPFLEGE Messekongress
v.l.n.r. Thorsten Mittag, Referent Altenhilfe und Pflege, Rechtliche Betreuung, Paritätischer Gesamtverband, Michael Wipp, Geschäftsführer WippCARE, Moderator der Kongress-Session Steve Schrader, Chefredakteur Altenheim + CAREkonkret, Thomas Knieling, Bundesgeschäftsführer Verband Deutscher Alten- und Behindertenhilfe (VDAB). Foto: Susanne El-Nawab

Die Umsetzung der neuen Personalbemessung/§113c SGB XI stand am 24. April 2024 auf dem Messekongress im Rahmen der ALTENPFLEGE 2024 in Essen im Fokus. Thomas Knieling, Bundesgeschäftsführer Verband Deutscher Alten- und Behindertenhilfe (VDAB) berichtete: Die Diskussion mit den Behörden, weil das Ordnungsrecht und die Verträge auf Landesebene den neuen Regelungen zur Personalmessung entgegenstehen, sei eins der Hauptprobleme. „Das neue Verständnis muss sich in den Ländern und Einrichtungen noch durchsetzen“. Die Anpassung der Rahmenverträge auf Landesebene werde mit „unterschiedlichem Enthusiasmus verfolgt“, so Knieling. „Ich halte es für hochproblematisch, bundesweit ein einheitliches Personallevel zu haben. Es muss immer noch einrichtungsindividuell geschaut werden, was fachlich notwendig ist.“ Ursprünglich ging es ja darum, eine Grundlage der Bemessung zu finden. Dennoch brauche es keine Schablone. „Es besteht keine Verpflichtung, PeBeM in einer bestimmten Art umzusetzen, vielmehr komme es auf die individuellen Gegebenheiten der Einrichtung an. „Ich will nicht, dass man uns jetzt auch noch vorschreibt, wie wir unsere Personaleinsatzplanung machen!“, so Knieling.

„Hilfskraftkrise wird die Fachkraftkrise einholen“

Während auf Bundesebene vieles klar sei, bestehe in den Ländern und bei den Kosenträgern z. T. eine große Verweigerungshaltung, die mitunter allerlei Kuriositäten hervorbringe, betonte auch Thorsten Mittag, Referent Altenhilfe und Pflege, Rechtliche Betreuung, Paritätischer Gesamtverband. „Die Hilfskraftkrise wird die Fachkraftkrise wohl einholen.“ Die Personalmessung sei ein Baustein, aber nicht das Allheilmittel. Am Ende bleibe es dabei: mehr Personal sichere keine Pflegequalität.

Die Heimaufsichtsbehörden täten sich sehr schwer damit, die Fachkraftquote aufzugeben, unterstrich auch Michael Wipp, Geschäftsführer WippCARE, aber es fehle den Behörden auch oft an qualifizierten Informationen. Auf Seiten der Einrichtungen sei hingegen zu bedenken: „Der Abschied von der starren Fachkraftquote birgt Verantwortung für den Personaleinsatz.“ Insgesamt sei festzuhalten: „Ich würde mir wünschen, dass im PeBeM-System mehr Linie reinkäme“, die Unterschiede z.B. bei den Mindestpersonalanhaltswerten und Rahmenverträgen sind erheblich.“

Mehr zum Thema PeBeM im Messekongress am 25. April um 14:00 in der Masterclass 3.05

Mehr zum Thema PeBeM auf dem Altenheim Management Kongress am 12./13. September 2024 in Köln