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Mecklenburg-Vorpommern fördert digitale Pflege-Plattform mit 31.000 Euro
Eine neue Web-Anwendung soll Angehörigen, Pflegestützpunkten und Beratungsstellen tagesaktuelle Verfügbarkeiten von Pflegeanbietern bündeln. Sozialministerin Stefanie Drese übergab den Zuwendungsbescheid an den Verein Zukunftsfeste Pflege, der das Projekt umsetzt. Die Erstimplementierung soll in den Bereichen „Betreutes Wohnen“ und „Tagespflege“ erfolgen.
Das Sozialministerium Mecklenburg-Vorpommerns unterstützt den Aufbau einer digitalen Pflege-Plattform mit rund 31.000 Euro aus dem Bürgerfonds des Landes. Sozialministerin Stefanie Drese (SPD) übergab den entsprechenden Zuwendungsbescheid in Ludwigslust am 26. Mai 2026 an den Verein Zukunftsfeste Pflege e.V., der das Vorhaben als gemeinnütziges Projekt umsetzt und betreut.
Ziel ist eine zentrale Infrastruktur zur Pflegekoordination, die bislang dezentral verstreute Informationen bündelt. Laut Drese müssen sich Angehörige nach Eintritt einer Pflegebedürftigkeit derzeit häufig „durchtelefonieren“ und eigenständig recherchieren, welche Pflegeplätze, ambulanten Dienste oder ehrenamtlichen Entlastungsangebote in der Nähe verfügbar sind.
Funktionsumfang und Zielgruppen
Die Plattform soll tagesaktuelle Verfügbarkeitsmeldungen der Pflegeanbieter mit Informationen zu Schulungs- und Beratungsstrukturen sowie zu Entlastungsangeboten aus Ehrenamt und Vereinsarbeit verknüpfen. Die Inhalte sollen rund um die Uhr abrufbar sein. Adressiert werden sowohl Bürger:innen als auch Pflegestützpunkte und weitere Beratungsangebote im Land. Drese verwies darauf, dass auch die Beratungsarbeit zielgerichteter werde, wenn bereits im Gespräch ersichtlich sei, welche Dienste konkret in Anspruch genommen werden könnten.
Bereitgestellt wird das Angebot als webbasierte Anwendung ohne Installationspflicht und in barrierearmer Gestaltung. Die Ministerin betonte den Vernetzungsgedanken im Sinne einer „sorgenden Gemeinschaft“, die ehrenamtlich Engagierte, Gemeinwesensstrukturen und soziale Dienstleister enger zusammenführen soll.
Phase 1: Sechsmonatige Pilotphase in zwei Landkreisen
In den ersten sechs Monaten stehen Projektstart und technischer Aufbau der Plattform im Vordergrund. Für die Pilotphase werden zwei Landkreise ausgewählt, Voraussetzung ist eine ländliche Prägung und dünne Besiedlung. Laut Ministerium kommen dafür vor allem der Landkreis Mecklenburgische Seenplatte sowie der Landkreis Ludwigslust-Parchim infrage; eine abschließende Entscheidung steht noch aus.
Die Erstimplementierung erfolgt im Bereich „Betreutes Wohnen“ und „Tagespflege“. Vorgesehen sind Onlineschulungen und Testnutzung durch erste Einrichtungen, eine Evaluation der Benutzerfreundlichkeit mit anschließender Optimierungsrunde sowie der Aufbau von Kommunikationskanälen zu Pflegestützpunkten und Beratungsstellen.
Phase 2: Landesweiter Ausbau bis Ende 2027
In der zweiten Phase ist der Rollout auf alle Landkreise des Landes vorgesehen. Integriert werden sollen sämtliche Pflegebereiche – ambulant, stationär und hauswirtschaftlich. Aufgebaut wird zudem ein landesweites Monitoring zur Versorgungslage in Echtzeit. Pflegestützpunkte sollen für eine professionelle Vermittlung angebunden, Schulungs- und Ehrenamtsangebote in die Plattform integriert werden. Zusätzlich ist eine Bereitstellung in Leichter Sprache geplant.
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