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Liebe und Zärtlichkeit im Altenheim sind kein Tabu
Auch im hohen Alter bleibt das Bedürfnis nach Nähe, Zärtlichkeit und Sexualität bestehen – auch bei Menschen mit Demenz.
In einem Gespräch haben Anna Direktor, Pflegedienstleiterin im St. Ludgeri-Stift in Essen, und Susanne Sponsel, Qualitätsmanagerin und Präventionsbeauftragte in der Einrichtung, über Sexualität im Pflegeheim gesprochen. Das Thema sei kein Tabu. Umfassende Fortbildungen und Schutzkonzepte seien aber wichtig.
„Wir gehen ganz offen damit um“, betont Anna Direktor vom Altenheim St. Ludgeri-Stift in Essen-Werden. Selbstbestimmung stehe an erster Stelle, auch für demenzkranke Bewohnende. Die Pflegekräfte seien geschult, nicht nur körperliche, sondern auch seelische Bedürfnisse zu erkennen. Gerade Menschen mit Demenz hätten oft eine herabgesetzte Schamgrenze und würden ihre Bedürfnisse direkter äußern.
Um auf Grenzverletzungen angemessen zu reagieren, gibt es ein Schutzkonzept. „Wichtig ist, Anzeichen ernst zu nehmen und weiterzugeben“, so die Präventionsbeauftragte Susanne Sponsel. Auch professionelle Sexualbegleitung sei kein Tabu: „Auch im Altenheim geht das Leben weiter. Ich gebe ja nicht am Tag meines Heimeinzugs an der Tür alle meine Bedürfnisse ab und beschränke mich auf Essen, Trinken und Schlafen, sondern ich komme als ganzer Mensch hierhin.“
Ein Interview zu diesem Thema mit Anna Direktor und Susanne Sponsel ist in der Ausgabe 2/2025 der „caritas in NRW“ erschienen. Das ganze Gespräch können Sie im Podcast „caritalks“, Episode #101 „Sexualität im Altenheim“, nachhören.
Die Korian Stiftung hat zu diesem Thema gerade eine Broschüre veröffentlicht.
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