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KI-Strategie: Evangelische Heimstiftung setzt auf digitales Mindset
Die Evangelische Heimstiftung (EHS) hat eine unternehmensweite KI-Strategie aufgesetzt und ihren 11.000 Mitarbeitenden Zugriff auf ein hauseigenes Large Language Model eröffnet. Das berichtet Martin Schäfer, Geschäftsführer Pflegedienste des größten diakonischen Pflegeträgers Baden-Württembergs, in einem Werkstattbericht. Die Strategie ruht auf zwei Pfeilern: einem digitalen Mindset im Arbeitsalltag und einem neuen KI-Referat.
Nach Angaben von Schäfer hat die Geschäftsführung zu Jahresbeginn im kleinen Kreis und mit interner Moderation die KI-Frage strategisch angepackt. Leitziel sei, dass KI „unsere Leistungsfähigkeit, die Entlastung der Teams und die Qualität für unsere Kundinnen und Kunden messbar verbessern“ müsse. Die EHS betreibt nach eigenen Angaben 93 Pflegeheime, elf Residenzen, 35 Mobile Dienste und 28 Tagespflegen an 170 Standorten und versorgt rund 15.955 Menschen.
Bewusste Grenzen bei sensibler Begleitung
Persönliche Beratung, palliative Begleitung und Themen, „bei denen Menschlichkeit im Mittelpunkt steht“, sind für die EHS laut Schäfer bewusste Grenzen, in die KI „wenn überhaupt, nur unterstützend eingreifen darf“. KI sei kein Allheilmittel, sondern ein Werkzeug, das die Arbeitswelt verändere.
Als ersten Pfeiler will das Unternehmen ein digitales Mindset als neuen Standard etablieren – „nicht als Projekt, sondern als Hintergrundrauschen“, schreibt Schäfer. Der zweite Pfeiler ist ein neu geschaffenes KI-Referat, das die Strategie organisationsübergreifend steuert. Es startet mit einer zentralen Person und soll perspektivisch zu einem Team ausgebaut werden.
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Promptathon und Pilotprojekte mit Start-ups
In Pilotprojekten kooperiert die Heimstiftung nach eigenen Angaben mit den Start-ups Navel und Voize, das wissenschaftliche Institut arbeitet mit KI-gestützten Auswertungen. Künftig sollen alle KI-Anwendungen konsequent an den strategischen Zielen evaluiert werden. Um Ideen aus der Belegschaft zu heben, plant die EHS einen Promptathon und interne KI-Pitches; die beste Idee erhält Unterstützung bei der Umsetzung. Zur Verankerung setzt der Träger auf Qualifizierung, Gamification-Ansätze und regelmäßige Kommunikation, die auch Misserfolge offen teilt.
Kurz-Checkliste: KI-Strategie im Pflegeunternehmen
- Ziele klären: Ist definiert, wofür KI im Haus konkret dienen soll (Leistungsfähigkeit, Entlastung der Teams, Qualität für Bewohner:innen) – mit messbaren Kriterien?
- Grenzen setzen: Haben wir schriftlich fixiert, wo KI nicht eingesetzt wird (z. B. persönliche Beratung, palliative Begleitung)?
- Steuerung aufbauen: Gibt es eine zentrale Verantwortung (Referat/Stabsstelle), die organisationsübergreifend über Pflege, Personal, IT und Kommunikation hinweg arbeitet?
- Zugang schaffen: Haben alle Mitarbeitenden niedrigschwelligen Zugang zu einem sicheren KI-Werkzeug – und erleben sie im Alltag konkreten Nutzen?
- Beteiligung fördern: Nutzen wir Formate wie Promptathon oder interne Pitches, damit Ideen aus der Belegschaft aufgegriffen und unterstützt werden?
- Ehrlich kommunizieren: Teilen wir Erfolge und Misserfolge offen, um Vertrauen und ein realistisches Erwartungsmanagement aufzubauen?
- Piloten evaluieren: Prüfen wir alle KI-Anwendungen konsequent an den strategischen Zielen – statt bei „trial and error“ zu bleiben?
*abgeleitet aus dem Werkstattbericht der Evangelischen Heimstiftung
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