News

KI-Sprachassistent spart Pflegekräften 27 Prozent Dokumentationszeit

Eine Studie der Charité Berlin weist erstmals unter realen Bedingungen nach, dass KI-basierte Sprachassistenz die Dokumentationszeit in der Langzeitpflege signifikant senkt. 52 Pflegefachkräfte aus 14 Einrichtungen nahmen an der Untersuchung teil.

KI-Sprachassistent voize
Die Ergebnisse würden zeigen, dass KI-Lösungen in der Pflege nicht nur theoretisch wirken, sondern ganz konkret im Alltag der Pflegekräfte entlasten können, so die Forscher. Foto: voize/Danijel Grbic

Der mobile KI-Sprachassistent voize reduziert den Zeitaufwand für Pflegedokumentation im Durchschnitt um 27 Prozent. Das zeigt die PYSA-Studie der Charité Berlin, die als erste deutschlandweit unter Realbedingungen in der stationären Langzeitpflege einen signifikant positiven Einfluss auf Zeitersparnis durch KI belegt. Das Forschungsteam um Drin Ferizaj, Susann Neumann von der Charité und Katja Schwabe von voize beobachtete die Pflegekräfte über rund 770 Stunden vor und nach der Einführung des Sprachassistenten.

„Dass wir in einer realen Versorgungssituation eine deutliche Zeitersparnis von 27 Prozent pro Frühdienst sehen – bei gleichzeitig höherer Zufriedenheit und weniger Unterbrechung im Arbeitsalltag – ist ein starkes Signal“, sagt Prof. Dr. Nils Lahmann, der die Studie leitete. Die Ergebnisse würden zeigen, dass KI-Lösungen in der Pflege nicht nur theoretisch wirken, sondern ganz konkret im Alltag der Pflegekräfte entlasten können, so der Forscher.

Weniger Unterbrechungen und höhere Zufriedenheit

Die Studie verfolgte ein pre-post Design im Rahmen einer Time-Motion-Untersuchung. Neben der Zeitersparnis dokumentierten die Forscher auch weniger Unterbrechungen im Arbeitsalltag der Pflegekräfte. Die Zufriedenheit mit der Dokumentation verbesserte sich nach Einführung des Systems. Die Usability des Sprachassistenten bewerteten die Teilnehmenden positiv, was laut Studie darauf hindeutet, dass die Anwendung auch für weniger technikaffine Nutzer leicht zugänglich ist.

Marcel Schmidberger, Mitgründer und CEO von voize, bezeichnet die Ergebnisse als „Meilenstein für die Digitalisierung der Pflege“. Zum ersten Mal zeige eine unabhängige Studie unter realen Bedingungen, dass KI-Sprachassistenz Pflegekräfte tatsächlich spürbar entlaste, so Schmidberger.

Produkt hat sich seit Studienbeginn weiterentwickelt

Seit Beginn der PYSA-Studie im März 2022 hat sich voize von einer Dokumentationshilfe zu einem ganzheitlichen Begleiter im Pflegealltag entwickelt. Die KI soll heute nicht nur die sprachbasierte Dokumentation übernehmen, sondern auch bei Schichtübergaben, strukturierten Pflegeplanungen und weiteren administrativen Aufgaben unterstützen. Durch diese Weiterentwicklung werde in der Praxis mehr Zeit eingespart, als die Studie ursprünglich abbilde, teilt das Unternehmen mit.

Christian Potthoff, Geschäftsführer der Diakonie Michaelshoven, berichtet von einer spürbaren Entlastung und erheblichen Zeitersparnis bei der Dokumentation für die Mitarbeitenden. „Damit bleibt wieder mehr Zeit für Menschlichkeit, denn auf Menschlichkeit kommt es in der Pflege an“, so Potthoff. voize helfe auch dabei, offene Stellen in der Pflege schneller zu besetzen, weil der Träger attraktiver für Bewerber geworden sei.

Praxiserfahrungen der Pflegeeinrichtungen

Tobias Kley, Projektleiter Innovation und Technik beim Evangelischen Johannesstift Altenhilfe, bestätigt die Zeitersparnis. „Mit voize sparen wir nicht nur Zeit – wir gewinnen auch an Qualität. Wege entfallen, die Dokumentation läuft schneller und wird gleichzeitig ausführlicher“, sagt Kley. Die Kolleginnen und Kollegen würden freier sprechen, weil die Hemmung zu schreiben wegfalle. Das verändere den Arbeitsalltag spürbar.

Stefan Ebert, Geschäftsführer der Kleeblatt Pflegeheime, gehörte zu den ersten Trägern, die voize einführten. „Das Ergebnis im Alltag: weniger Tipparbeit, klarere Dokumentation und spürbar mehr Zeit am Menschen“, sagt Ebert. Das Unternehmen habe das System gemeinsam mit den Teams und dem voize-Team praxistauglich gemacht.

Grundlage für Pflegesatzverhandlungen

Mit der Veröffentlichung der Ergebnisse liegt laut voize nun wissenschaftliche Evidenz unter Realbedingungen zum Entlastungspotenzial vor. Die Resultate sollen eine fundierte Grundlage für zukünftige Diskussionen über die Anerkennung als personalergänzender Ansatz im Rahmen der Pflegesatzverhandlung liefern.

„Die Pflege braucht messbare Entlastung, keine Marketingversprechen“, sagt Katja Schwabe, Leitung des Research Teams bei voize. voize zeige, dass KI in der Praxis ankomme und Pflegeteams wirklich unterstütze. Angesichts des anhaltenden Fachkräftemangels in der Pflege setzen die Ergebnisse nach Ansicht des Unternehmens ein klares Zeichen: KI-Sprachassistenz könne Pflegekräfte spürbar entlasten, indem sie Dokumentationsaufwand reduziere und Zeit für echte Pflege und menschliche Zuwendung schaffe.

Der Preprint der Studie wurde im Oktober 2025 veröffentlicht.