News
Heimaufsicht stoppt Betrieb: Pflegeheim in Laatzen binnen Stunden geräumt
In Laatzen bei Hannover mussten 59 Bewohnerinnen und Bewohner kurzfristig eine Seniorenresidenz verlassen. Der Betreiber Ambiente Care schuldet Mitarbeitenden nach Recherchen der HAZ offenbar Gehälter. Angehörige berichten von chaotischen Zuständen und großer Verunsicherung.
Wie die Hannoversche Allgemeine Zeitung (HAZ) berichtet, mussten alle 59 Bewohnerinnen und Bewohner der Seniorenresidenz am Schubertweg am 1. April binnen weniger Stunden aus dem Haus mit 153 Betten ausziehen. Die Heimaufsicht der Region Hannover untersagte die weitere Nutzung, da die Versorgung nicht mehr gewährleistet sei. Viele Angehörige waren erst am Vorabend informiert worden und erschienen am Mittwochvormittag, um Zimmer zu räumen und neue Unterkünfte zu organisieren.
Angehörige berichten von Chaos und Verzweiflung
Die Entscheidung zur Räumung ist laut Artikel erst am Dienstagnachmittag mitgeteilt worden. Die Situation vor Ort schildern Betroffene als dramatisch. „Es ist das reine Chaos, alle verlassen fluchtartig das Heim“, sagte ein Angehöriger der HAZ. Eine weitere Angehörige erklärte der Zeitung, ihre Mutter hätte eigentlich in das Heim zurückkehren sollen: „Meine 85 Jahre alte Mutter wäre morgen aus der Reha zurückgekommen und hätte vor der Tür gestanden.“
Offenbar ausbleibende Gehaltszahlungen
Nach Informationen der HAZ sollen Mitarbeitende seit Februar keine Gehälter mehr erhalten haben. Dennoch seien viele Beschäftigte zur Arbeit erschienen und hätten versucht, die Situation zu bewältigen. Die Heimleitung verwies auf die Geschäftsführung, die für eine Stellungnahme nicht erreichbar gewesen sei. Wie es im Artikel weiter heißt, habe die Stadt Laatzen erst am 1. April davon erfahren, dass die Heimaufsicht der Region Hannover die weitere Nutzung untersagt hat.
Offenbar ist Ambiente Care in eine finanzielle Schieflage geraten. Der Betreiber bestreitet laut NDR.de aber eine Insolvenz. Demnach liegt laut erster Informationen der Deutschen Presse-Agentur beim zuständigen Gericht in München auch kein Insolvenzantrag vor.
Suche nach neuen Pflegeplätzen läuft
Angehörige stehen nun vor der Herausforderung, kurzfristig neue Plätze zu finden. Einige Bewohner konnten laut HAZ in der Einrichtung „Leinetal“ in Grasdorf untergebracht werden, viele andere suchen noch. Die Stadt Laatzen organisierte gemeinsam mit Heimaufsicht und DRK Notlösungen. Stephan Bunjes, Fachbereichsleiter Soziales, sagte: „Über die gegenwärtige Lage sind wir sehr besorgt.“ Die Akut-Maßnahmen dienten der Gefahrenabwehr, da eine weitere Betreuung durch den Betreiber möglicherweise nicht mehr gewährleistet sei.
Bitte melden Sie sich an, um einen Kommentar zu verfassen.
Sie haben noch kein Konto?
Jetzt registrieren