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Hamburger Pflegeheim kündigt kurzfristig Schließung an
Ein Pflegeheim in Hamburg-Farmsen wird Ende Juli geschlossen. Die kurzfristige Ankündigung zehn Wochen im Voraus sorgt für Empörung bei Betroffenen und in der Politik. 88 Bewohner:innen müssen nun schnell eine neue Unterkunft finden. Expert:innen sehen darin ein Symptom für die angespannte Lage in der Pflege.
Das Malteserstift St. Elisabeth in Hamburg-Farmsen wird Ende Juli 2025 seine Pforten schließen, berichtet Mopo.de. Die 88 Bewohner und ihre Angehörigen seien erst Mitte Mai über diesen Schritt informiert worden – gerade einmal zehn Wochen vor der geplanten Schließung.
Die Malteser als Betreiber begründen die Entscheidung mit dem auslaufenden Mietvertrag und der Notwendigkeit umfassender baulicher Veränderungen. Wie Olga Jabs, Sprecherin der Malteser, dem Abendblatt sagte, lasse „die herausfordernde Pflegelandschaft in Hamburg leider keine andere Lösung zu“. Warum die Information so kurzfristig erfolgte, dazu äußerten sich die Malteser nicht.
Die späte Benachrichtigung stößt auf scharfe Kritik. Daniel Valijani, Vorsitzender des FDP-Kreisverbands Farmsen-Bramfeld, bezeichnet die Schließung als „viel zu kurzfristig“ und fordert die Sozialbehörde auf zu prüfen, „ob ein Aufschub möglich ist, um die Familien nicht allein zu lassen“. „Mittelfristig brauchen wir verbindliche Standards für Informationspflichten und Vorlaufzeiten bei Schließungen von Pflegeeinrichtungen. Solche Situationen dürfen nicht wieder so überraschend über die Betroffenen hereinbrechen“, wird der FDP-Politiker zitiert. Auch Sandro Kappe, CDU-Bürgerschaftsabgeordneter für Bramfeld, kritisiert den „inakzeptablen Umgang mit den betroffenen Senioren und deren Angehörigen“.
Das 1977 eröffnete Malteserstift St. Elisabeth verfügt über 104 vollstationäre Pflegeplätze, davon 12 für Kurzzeitpflege und 16 für Personen mit schweren Demenzerkrankungen. Zusätzlich bietet es 98 Plätze für Betreutes Wohnen. Die Schließung reiht sich ein in eine besorgniserregende Entwicklung: Allein 2024 mussten in Hamburg mindestens sechs Pflegeheime schließen. Auch diakonische Einrichtungen in der Hansestadt sind betroffen.
Hinweis: In einer früheren Version des Artikels hieß es, die Betroffenen seien sechs Wochen im Vorfeld informiert worden. Tatsächlich sind es zehn Wochen.
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