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Hamburg kauft PFLEGEN & WOHNEN zurück

Gerüchte gab es schon länger, nun kam die Bestätigung in Form einer Pressemitteilung: Die Städtische Konzernholding HGV kauft PFLEGEN & WOHNEN Hamburg. Ziel sei es, die Versorgung in der stationären Pflege langfristig zu sichern und zu stärken.

Die Stadt Hamburg kauft das Pflegeunternehmen PFLEGEN & WOHNEN zurück, das 2007 privatisiert wurde. Foto: PFLEGEN & WOHNEN Hamburg

Zur langfristigen Sicherung und Stärkung der Versorgung in der stationären Pflege in Hamburg kauft die Freie und Hansestadt Hamburg (FHH) die ehemaligen städtischen Pflegeeinrichtungen der PFLEGEN & WOHNEN HAMBURG GmbH (P&W) einschließlich der zugehörigen Immobilien zurück. Das gab das Pflegeunternehmen selbst in einer Pressemitteilung am 14. Januar bekannt.

Hamburg erwirbt damit 13 Pflegeheimstandorte in Hamburg mit rund 2.000 Mitarbeitenden und rund 2.400 Pflegeplätzen von der Deutsche Wohnen. Der Ankauf erfolgt laut Meldung nach intensiven Prüfungen und Verhandlungen über die HGV Hamburger Gesellschaft für Vermögens- und Beteiligungsmanagement (HGV), die zur Finanzbehörde gehörende Konzernholding der Stadt, in der ein Großteil der privatrechtsförmlichen Unternehmen der FHH gebündelt sind.

Kaufpreis beträgt 380 Millionen Euro

Der Kaufpreis beträgt demnach 380 Mio. Euro und wird von der HGV ohne Haushaltsbelastung finanziert. Der Senat hatte am 14. Januar grünes Licht dafür gegeben, dass der fertig ausgehandelte Kaufvertrag am 17. Januar 2025 notariell unterzeichnet wird. Parallel hat der Senat laut Presseinformation eine Mitteilung an die Bürgerschaft auf den Weg gebracht, mit der diese noch in der laufenden Wahlperiode um Zustimmung zum Ankauf gebeten wird.

Stadt sah konkretes Risiko für die Versorgungssicherheit

Das Ankaufsinteresse der Stadt begründet sich laut Mitteilung mit einem konkreten Risiko für die stationäre pflegerische Versorgungssicherheit in Hamburg. Denn die Verpflichtungen und Begrenzungen des Vertrags über den Verkauf von P&W aus dem Jahr 2007 laufen Ende des Jahres 2026 aus. Trotz der in den Bebauungsplänen verankerten Veränderungssperren könnte ein neuer, anderer privater Betreiber nach diesem Zeitpunkt das bestehende Angebot reduzieren. „Der Erwerb des wirtschaftlich stabilen Unternehmens P&W, einschließlich der umfangreichen Liegenschaften, ermöglicht zusätzlich zahlreiche positive weiterführende Entwicklungen durch die FHH“, heißt es in der Meldung dazu weiter.

„Unternehmen ist in der Lage, sich selbst zu tragen“

„Nach guten und vertrauensvollen Verhandlungen können wir durch den Erwerb von PFLEGEN & WOHNEN HAMBURG und die Integration in den Konzernverbund der HGV einen wesentlichen Beitrag zur langfristigen Versorgungssicherheit und zur Bewältigung zukünftiger demographischer Herausforderungen leisten. Dass die zum Unternehmen gehörenden Flächen somit ebenfalls wieder in städtische Hand kommen, entspricht dem langfristigen städtischen Stadtentwicklungsinteresse und fügt sich nebenbei gut ein in unsere soziale Bodenpolitik. PFLEGEN & WOHNEN HAMBURG ist ein finanziell solide aufgestelltes Pflegeunternehmen, das in Hamburg die Heime saniert und umfassend in sie investiert hat. Der Erwerb der Beteiligung an der PFLEGEN & WOHNEN HAMBURG belastet den Haushalt nicht, sondern wird durch die HGV als städtische Konzernholding solide finanziert. Das Unternehmen ist in der Lage, sich selbst zu tragen und gleichzeitig in zukünftige Entwicklungen zu investieren“, so Finanzsenator Andreas Dressel.

Transaktion der Immobilien erfolgt im Rahmen eines Share Deals

Der Erwerb der Beteiligung an der P&W werde nicht direkt aus dem Haushalt, sondern durch die HGV als städtische Konzernholding finanziert. Die Transaktion zum Erwerb der Pflegeimmobilien und der zugehörigen Betreibergesellschaft erfolge über die HGV Hamburger Gesellschaft für Vermögens- und Beteiligungsmanagement mbH (HGV) im Rahmen eines sogenannten Share Deals. Hierbei würden nicht unmittelbar die Immobilien selbst, sondern die Anteile an der Gesellschaft, die wiederum Eigentümerin der Immobilien ist, erworben.

Erst im verganenen Jahr hatte die Vonovia-Tochtergesellschaft Deutsche Wohnen die Katharinenhof-Einrichtungen veräußert.