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Forschungsprojekt SMiLE2getherGaPa liefert wegweisende Ergebnisse für die stationäre Altenpflege
Wie kann Assistenzrobotik Pflegepersonen im Alltag spürbar entlasten? Welche Aufgaben lassen sich sinnvoll automatisieren, ohne den pflegerischen Anspruch zu gefährden? Antworten auf diese zentralen Zukunftsfragen liefert das dreijährige Forschungsprojekt SMiLE2getherGaPa, das nun erfolgreich abgeschlossen wurde. Die Praxisstudie wurde maßgeblich vom Caritasverband der Erzdiözese München und Freising im Caritas Altenheim St. Vinzenz in Garmisch-Partenkirchen getragen und verbindet wissenschaftliche Forschung mit der Realität der stationären Altenpflege.
Die Studie zeigt deutlich: Assistenzrobotik kann Pflegepersonen wirksam unterstützen – vor allem bei logistischen, organisatorischen und vorbereitenden Tätigkeiten. Genau dort wird heute viel Zeit gebunden, ohne dass unmittelbare Pflege am Menschen stattfindet.
Durch den gezielten Einsatz robotischer Assistenzsysteme können Pflegekräfte entlastet und wertvolle Zeit für die direkte Betreuung von Bewohnerinnen und Bewohnern gewonnen werden.
Erfolgreiche Einsatzszenarien in drei Bereichen
Besonders erfolgreich erwiesen sich Einsatzszenarien in folgenden Bereichen:
- Logistik und Hauswirtschaft
z. B. Hol- und Bringdienste für Material, Essen oder Getränke - Pflegerische Unterstützung
u. a. Bereitstellen von Pflegeutensilien oder Unterstützung in Notfallsituationen - Administration
etwa bei Dokumentation, Materialorganisation und Nachbestellungen
Pflegende als Mitgestaltende – Rolle des Caritasverbands
Ein zentrales Merkmal des Projekts: Die Pflegepersonen des Caritas Altenheims St. Vinzenz waren von Beginn an aktiv eingebunden. Ihre Erfahrungen, Bedarfe und Bewertungen bildeten die Grundlage für Entwicklung und Beurteilung der Anwendungsszenarien.
Damit unterstreicht der Caritasverband: Technik in der Pflege muss gemeinsam mit Pflegenden entwickelt werden.
Durch diese enge Praxisanbindung entstanden realistische, umsetzbare Szenarien, die den Arbeitsalltag tatsächlich erleichtern können und gleichzeitig ethische, sicherheitsrelevante und organisatorische Anforderungen berücksichtigen.
Robotisches Assistenzsystem EDAN im Praxiseinsatz
Im Forschungsprojekt SMiLE2getherGaPa kam EDAN zum Einsatz – ein mobiles, robotisches Assistenzsystem zur Unterstützung von Pflegepersonen im Arbeitsalltag.
Der Roboter kann sich selbstständig im Gebäude bewegen und Aufgaben wie:
- Transporte
- Bereitstellung von Materialien
- organisatorische Abläufe
übernehmen. Ziel seines Einsatzes ist es, Pflegekräfte bei Routinetätigkeiten zu entlasten.
Erprobung in einer simulationsbasierten Testumgebung
Die Anwendungsszenarien wurden direkt im Pflegeheim in einer simulationsbasierten Testumgebung erprobt. Methodisch kam der „Wizard-of-Oz“-Ansatz zum Einsatz:
EDAN wurde dabei von einer Fachperson im Hintergrund gesteuert, ohne dass dies für die Teilnehmenden sichtbar war. Für die Pflegepersonen entstand so der Eindruck eines autonom arbeitenden Systems.
Dieses Vorgehen ermöglichte sichere, praxisnahe Tests sowie flexible Anpassungen und lieferte fundierte Rückmeldungen aus dem Pflegealltag.
Konkret nutzbar: Orientierungshilfe für Einrichtungen
Ein zentrales Projektergebnis ist eine konkrete Orientierungshilfe zum Einsatz von Assistenzrobotik in der stationären Altenpflege.
Gemeinsam mit Pflegekräften sowie Expertinnen und Experten aus:
- Pflegewissenschaft
- Technik
- Ethik
- Sicherheit
- Wirtschaft
wurden zentrale Kriterien für Planung, Einführung und Bewertung robotischer Systeme erarbeitet.
Das daraus entstandene Whitepaper richtet sich insbesondere an Leitungskräfte stationärer Einrichtungen und unterstützt fundierte Entscheidungsprozesse.
Bedeutung für die Zukunft der Pflege
Die Ergebnisse von SMiLE2getherGaPa zeigen: Assistenzrobotik kann ein wichtiger Baustein sein, um Pflege unter sich verändernden Rahmenbedingungen zukunftsfähig zu gestalten.
Gleichzeitig macht das Projekt deutlich, dass technologische Innovation nur dann erfolgreich ist, wenn sie sich an den realen Bedarfen der Pflegepraxis orientiert und gemeinsam mit den Menschen entwickelt wird, die sie später nutzen.
Projektkontext und Beteiligte
Das Forschungsprojekt SMiLE2getherGaPa befasste sich mit exemplarischen Anwendungsszenarien für das robotische Assistenzsystem EDAN sowie mit der Entwicklung einer Orientierungshilfe zum Einsatz robotischer Assistenzsysteme in der stationären Altenpflege in Garmisch-Partenkirchen.
Das robotische Assistenzsystem EDAN wurde am Institut für Robotik und Mechatronik des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) entwickelt und diente im Rahmen des Projekts als Prototyp zur Erprobung in der stationären Langzeitpflege.
Zusammenarbeit und Förderung
Zwischen Juni 2023 und November 2025 fanden sechs Co-Design-Workshops in der Caritas-Altenpflegeeinrichtung St. Vinzenz statt. Gemeinsam mit:
- dem Institut für Robotik und Mechatronik des DLR
- der Katholischen Stiftungshochschule München (KSH München)
- dem Caritasverband München und Freising
wurden praxisnahe Szenarien entwickelt.
Das Projekt wurde von der LongLeif GaPa gGmbH gefördert. Assoziierter Partner ist das Munich Institute of Robotics der Technischen Universität München (TUM/MIRMI).
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