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Förderbescheid über 1,2 Millionen Euro für Digitalprojekt in der Pflege

Eine neue zentrale Anlaufstelle soll Pflegebedürftige, Angehörige und Einrichtungen in Schleswig‑Holstein beim Einsatz digitaler Lösungen unterstützen. Sozialministerin Aminata Touré übergab dafür einen Förderbescheid über rund 1,2 Millionen Euro.

Sozialministerin Aminata Touré betonte die Bedeutung des Projektes für die Weiterentwicklung der Pflege im Land. Foto: Frank Peter

Das Land Schleswig‑Holstein fördert ein Modellprojekt zur Digitalisierung der Pflege mit rund 1,2 Millionen Euro. Sozialministerin Aminata Touré (Grüne) und die Landesdirektorin der AOK Nordwest, Iris Kröner, übergaben am Rande des Jahresempfangs der Landesgruppe Schleswig‑Holstein des Bundesverbandes privater Anbieter sozialer Dienste (bpa) den Förderbescheid für das Projekt „ZAPF@DigitAl – Zentrale Anlaufstelle Pflege zur Digitalisierung und Alltagsgestaltung“.

Der Förderbescheid nach Paragraf 123 des Elften Sozialgesetzbuches ging an den Landesvorsitzenden des bpa, Mathias Steinbuck, sowie an Michael Saitner, Sprecher des Forum Pflegegesellschaft. Ziel des bis Ende 2028 befristeten Modellvorhabens ist es, pflegebedürftige Menschen, ihre Angehörigen und Pflegeeinrichtungen beim Einsatz digitaler Anwendungen zu unterstützen und Orientierung im Pflegealltag zu geben.

Sozialministerin Touré bezeichnete Digitalisierung als einen wichtigen Baustein für die Zukunft der Pflege. „Für die professionelle Pflege gibt es schon sehr viele Anwendungen, die das Potenzial haben, die Pflege zu entlasten“, sagte Touré. Mit dem Projekt solle dazu beigetragen werden, „dass dieser Wandel in den Pflegediensten schneller voranschreitet und Pflegebedürftige und Angehörige zu digitalen Anwendungen in der Häuslichkeit, deren Förderung und der Nutzung beraten werden können“.

Niedrigschwellige Beratungs‑ und Informationsangebote

Das Projekt wird vom bpa im Auftrag des Forum Pflegegesellschaft umgesetzt. Vorgesehen sind unter anderem niedrigschwellige Beratungs‑ und Informationsangebote sowie eine stärkere Vernetzung relevanter Akteure. Die zentrale Anlaufstelle soll als Schnittstelle dienen, um digitale Kompetenzen zu stärken und praxistaugliche Lösungen in den Pflegealltag zu bringen.

AOK‑Landesdirektorin Kröner verwies auf den möglichen Nutzen digitaler Pflegeanwendungen. „Es liegen viele Anträge auf Anerkennung digitaler Pflegeanwendungen beim Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte vor“, sagte sie. Sollten entsprechende Anwendungen während der Laufzeit des Projektes zugelassen werden, biete ZAPF@DigitAl „ein gutes Testfeld, um diese zu den Pflegebedürftigen und den pflegenden An‑ und Zugehörigen zu bringen“.

Der bpa‑Landesvorsitzende Steinbuck und Michael Saitner erklärten, das Modellvorhaben könne Pflegeeinrichtungen konkret unterstützen und helfen, vorhandene Ressourcen effizienter zu nutzen. Nun gehe es darum, „das Projekt schnell in die Umsetzung zu bringen“, um die Laufzeit bis Ende 2028 bestmöglich zu nutzen.

Das Land Schleswig‑Holstein stellt seit dem Haushaltsjahr 2025 eine Kofinanzierung für Modellvorhaben nach Paragraf 123 SGB XI bereit. Für die Jahre 2025 bis 2028 seien dafür insgesamt vier Millionen Euro vorgesehen, teilte das Ministerium mit. Zusammen mit Mitteln aus dem Ausgleichsfonds der Pflegeversicherung stünden damit landesweit bis zu acht Millionen Euro für entsprechende Projekte zur Verfügung.