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Finanz- und Strukturreform der Pflegeversicherung ist zwingend erforderlich

Die Versorgungssicherheit in der Altenpflege ist nicht mehr gewährleistet. Warum handelt die Politik nicht entsprechend?

Wilfried Wesemann 2024
Wilfried Wesemann Vorstandsvorsitzender DEVAP. Foto: DEVAP

Der Deutsche Evangelische Verband für Altenarbeit und Pflege (DEVAP) hat mit dem neuen Strategiepapier„TROTZDEM PFLEGE. Für jeden, zu jeder Zeit“ eine klare Forderung an die Politik gestellt: Die Versorgungssicherheit in der Langzeitpflege ist gefährdet, und es bedarf dringender, umfassender Reformen. Die Herausforderungen in der Pflege haben in den letzten Jahren ein bedrohliches Ausmaß erreicht, das durch Fachkräftemangel, steigende Pflegebedürftigkeit und die finanzielle Schieflage vieler Träger zusätzlich verstärkt wird.

Das neue Strategiepapier des DEVAP fordert eine umfassende Finanz- und Strukturreform der Pflegeversicherung. Zu den zentralen Punkten gehört die Überführung der Behandlungs- und Ausbildungskosten in andere Finanzierungssysteme, um die Pflegebedürftigen zu entlasten. Der pflegebedingte Eigenanteil müsse fairer gestaltet und die Investitionskostenfinanzierung zwischen den Bundesländern harmonisiert werden.

Wichtig sei es auch, die Digitalisierung in der Pflege voranzutreiben. Digitale Lösungen könnten Prozesse vereinfachen, Bürokratie abbauen und das Personal entlasten. Ebenso müsse der Klimaschutz in der Pflege besser verankert und finanziell unterstützt werden, betont der DEVAP.

Eine weitere zentrale Forderung betrifft das Pflegepersonal. Die Umsetzung des Personalbemessungsverfahrens gemäß §113c SGB XI und die Weiterentwicklung kompetenzorientierter Personalaufbaukonzepte müssen beschleunigt werden. Auch die Pflegeausbildung muss dringend gestärkt und standardisiert werden, um den Nachwuchs für die Branche zu sichern.

Wilfried Wesemann Vorstandsvorsitzender DEVAP, betont, dass es nicht nur um die Quantität, sondern auch um die Qualität des Personals gehe. „Wenn wir es nicht schaffen, die Arbeitsbelastung in der Pflege zu verringern, werden alle Bemühungen zur Gewinnung von Fachkräften ins Leere laufen“, warnt er. Flexible Arbeitszeiten, Dienstplansicherheit und eine gesundheitsorientierte Führung seien ebenso wichtig wie eine angemessene Entlohnung und Wertschätzung des Pflegepersonals.

Die Rolle der Kommunen und pflegenden Angehörigen

Der DEVAP fordert außerdem eine stärkere Einbindung der Kommunen in die Pflegeplanung. Sie seien für den Ausbau der pflegerischen Infrastruktur und die Förderung neuer Wohnformen und altersgerechter Quartiere verantwortlich. Besonders wichtig ist die Unterstützung pflegender Angehöriger, die oft ihre berufliche Tätigkeit reduzieren müssen, um die Pflege zu übernehmen. Der DEVAP plädiert deshalb für eine Reform des Pflegegeldes und eine bessere soziale Absicherung der pflegenden Angehörigen. Eine modularisierte Leistungserbringung könnte hier Abhilfe schaffen, indem sie die Bedürfnisse der Pflegebedürftigen stärker berücksichtigt und pflegende Angehörige entlastet.

Zusammenfassend sieht der DEVAP die deutsche Pflegepolitik an einem Wendepunkt. Ohne umfassende und tiefgreifende Reformen droht eine Versorgungskrise mit weitreichenden volkswirtschaftlichen und gesellschaftlichen Folgen. „Das Nicht-Handeln der Politik wird zu nachhaltigen Schäden führen – für die Pflegebedürftigen, die Angehörigen, das Pflegepersonal und die gesamte Gesellschaft“, warnt Wesemann.

Eine Antwort auf “Finanz- und Strukturreform der Pflegeversicherung ist zwingend erforderlich

  1. med-pharm-historie

    der Vorstandsvorsitzende trifft den Nagel auf den Kopf…..
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    seit vielen Jahren versagen alle „sogenannten“ Gesundheitspolitiker/innen, ganz gleich welcher Parteifarben. Reförmchen über Reförmchen , meist jedoch NUR mit z.T.massiven Beitragserhöhungen verknüpft.Wen trifft dies? die Millionen unmündigen ZwangsbeitragszahLer / innen.

    Der VDK, mit Frau Verena Bentele, fordert vehement die Beitragspflicht in der GKV, und damit auch der Pflegeversicherung, für ALLE Erwerbstätigen. Dies wäre Solidarität; und führte direkt zur Beitragsstabilität, wenn gar zur Senkung der Beiträge in der GKV.
    Im übrigen ist Rückkehr zur WEHRPFLICHT, auch Einführung Dienstpflicht für ALLE Schulabgänger /innen unabdingbar !