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„Es sind immer mehr TI-Nutzer verfügbar“
Bis zum 1. Juli 2025 müssen Pflegeeinrichtungen die Voraussetzungen zum Anschluss an die Telematikinfrastruktur (TI) erfüllen. Pflegeheime sollten jetzt mit der Vorbereitung beginnen. Einrichtungen, die am GKV-Modellprojekt teilgenommen haben, sind bereits um einige Erfahrungen reicher.
Das Maria-Juchacz-Haus in Chemnitz hat am GKV-Modellprojekt nach § 125 SGB XI teilgenommen. Im Kurzinterview skizziert Einrichtungsleiter Dag Ruddigkeit den aktuellen Stand der Implementierung. Er ist Referent auf der digitalen Konferenz „Telematikinfrastruktur umsetzen und finanzieren“ am 13. November.
Herr Ruddigkeit, wie läuft die TI-Anbindung in der Praxis ab?
Dag Ruddigkeit: Aktuell sind wir als ehemalige Projekteinrichtung an die TI angeschlossen. Die Anbindung der Hardware erfolgte reibungslos. Probleme, die nach wie vor bestehen, gibt es hinsichtlich der Konfiguration der Software im Bereich der Primärsoftware (Dokumentationsprogramm). Die weiteren Standorte im Unternehmen befinden sich gut in der Vorbereitungsphase. Dabei geht es konkret um die Beantragung und den Erhalt des elektronischen Heilberufsausweises (eHBA), mit welchem in einem nachfolgenden Verfahren die Institutionskarte (SMC-B) beantragt werden kann.
Digital-Konferenz am 13.11. TI umsetzen und finanzieren – Infos und Anmeldung
Welche Hürden und Herausforderungen gibt es?
Ruddigkeit: Herausforderungen bestehen in dem umfangreichen, teils komplizierten Antragsverfahren und der langwierigen Auftragsabwicklung hinsichtlich des elektronischen Heilberufsausweises und der Institutionskarte. Zentraler Ansprechpartner für diese Anträge ist das eGBR bei der Bezirksregierung Münster. Ein weiteres Problem besteht in der auf fünf Jahre begrenzten Gültigkeit des eHBA.
Welche konkreten Vorteile bringt die TI für den Pflegealltag?
Ruddigkeit: Konkret können Bewohnerbezogene Daten oder die Kommunikation mit Ärzten und Apotheken direkt aus der Datenquelle (Primärsoftware) versandt und nach Bearbeitung empfangen und ohne die bisher zusätzlichen Schritte verarbeitet werden. Das erspart erheblich Zeit und Personalressourcen. Es kann festgestellt werden, dass in relativ kurzer Zeit immer mehr TI-Nutzer verfügbar sind.
Die Fragen stellte Ina Füllkrug.
Veranstaltungstipp
Am 13. November 2024 von 10:30 bis 15:15 Uhr findet das Online-Event „Telematikinfrastruktur umsetzen und finanzieren“ statt. Expert:innen wie Dr. Anika Heimann-Steinert, Dr.-Ing. Dietmar Wolff, Nele Stock, Dag Ruddigkeit, Marc Ockenfels, Thorsten Blocher und Thomas Althammer geben wertvolle Einblicke in die Umsetzung und Finanzierung der Telematikinfrastruktur.
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