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DRK-Gesundheitsdienste Aachen stellen sich neu auf
Die DRK-Gesundheitsdienste Städteregion Aachen gGmbH haben beim Amtsgericht Aachen ein Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung beantragt. Ziel sei es laut der Gesellschaft, sich strategisch neu aufzustellen und alle Einrichtungen zu erhalten.
Die Entscheidung betrifft eine gemeinnützige Gesellschaft, die in der Städteregion Aachen mehrere Angebote betreibt: Tagespflegen in Baesweiler, Würselen und Kohlscheid sowie ein Seniorenheim mit stationärer Pflege in Monschau-Kalterherberg. Darüber hinaus ist das Unternehmen im betrieblichen Gesundheitsmanagement aktiv. Der laufende Geschäftsbetrieb werde fortgeführt, die Geschäftsleitung bleibe handlungs- und verfügungsbefugt, heißt es laut Mitteilung der Gesellschaft, zitiert die Aachener Zeitung aus einer Pressemittelung des DRK-Kreisverbands.
Gericht ordnet vorläufige Eigenverwaltung an
Das Amtsgericht Aachen ordnete mit Beschluss vom 8. Januar 2026 die vorläufige Eigenverwaltung an. Zum vorläufigen Sachwalter wurde der Kölner Rechtsanwalt Mark Boddenberg bestellt. Laut DRK-Gesundheitsdiensten sind der DRK-Kreisverband Städteregion Aachen sowie dessen weitere Gesellschaften ausdrücklich nicht von dem Verfahren betroffen. Auch der ambulante Pflegedienst des Roten Kreuzes in Baesweiler, der vom DRK-Landesverband Nordrhein geführt wird, ist nach Angaben der Gesellschaft nicht Teil des Insolvenzverfahrens.
75 Beschäftigte informiert, Löhne abgesichert
Nach Angaben der DRK-Gesundheitsdienste wurden rund 75 Beschäftigte über das Verfahren und die nächsten Schritte informiert. Die Löhne und Gehälter seien für die kommenden drei Monate über das Insolvenzgeld der Agentur für Arbeit gesichert. Sämtliche Einrichtungen der gGmbH sollen im Rahmen des Verfahrens weiterbetrieben werden.
Geschäftsführer Axel Fielen erklärte laut Pressemitteilung, dass sich Betreute, Angehörige und Partner:innen keine Sorgen machen müssten. Der Betrieb laufe weiter und die Leistungen würden in gewohnter Qualität erbracht.
Wirtschaftlicher Druck in der Pflegebranche als Auslöser
Als Hintergrund für den Insolvenzantrag nennt die Gesellschaft die anhaltend angespannte wirtschaftliche Lage in der Pflegebranche. Laut Axel Fielen belaste insbesondere die strukturelle Unterfinanzierung von Pflegeeinrichtungen bei gleichzeitig steigenden Sach- und Personalkosten viele Träger. Hinzu kämen ein hoher, nur teilweise refinanzierter Investitionsbedarf sowie der Fachkräftemangel, der Einrichtungen in strukturschwachen Regionen besonders treffe.
In den kommenden Monaten sollen gemeinsam mit dem vorläufigen Sachwalter verschiedene Sanierungsoptionen geprüft werden. Dazu zählen laut Mitteilung auch mögliche Kooperationen, um den Fortbestand des Geschäftsbetriebs zu sichern.
Unterstützung durch Restrukturierungsexperten
Das Eigenverwaltungsverfahren dient laut DRK-Gesundheitsdiensten dazu, notwendige Restrukturierungsmaßnahmen rechtlich erleichtert umzusetzen. Zur Unterstützung habe die Gesellschaft den sanierungserfahrenen Rechtsanwalt Dr. Claus‑Peter Kruth von der Kanzlei Andres Partner als Restrukturierungsbevollmächtigten hinzugezogen.
Bereits im vergangenen Jahr hatten erhebliche finanzielle Belastungen Konsequenzen: Zum Ende Juni wurde der ambulante Pflegedienst in der Städteregion Aachen aufgegeben. Die Versorgung von rund 140 pflegebedürftigen Menschen aus Aachen, Würselen, Herzogenrath und Stolberg übernahmen anschließend andere Pflegedienste, wie die Gesellschaft mitteilt.
Asim Loncaric, Redakteur Häusliche Pflege und care konkret
Weitere Informationen: Bericht der Aachener Zeitung vom 9. Januar 2026 über das Insolvenzverfahren der DRK-Gesundheitsdienste Städteregion Aachen.
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