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Digitalisierung in Pflegeheimen läuft schleppend: Sind die Hürden zu hoch?

Pflegeeinrichtungen schöpfen die Fördergelder für Digitalisierung nicht aus. Laut Verbändebündnis, weil die Hürden für den Abruf der Fördergelder zu hoch sind.

Das Bündnis "Digitalisierung in der Pflege" stellt klar: Die Hürden für den Abruf der Fördergelder für Digitalisierung in Pflegeeinrichtungen sind zu hoch. Adobe Stock/ Stockwerk-Fotodesign

Nachdem die DAK öffentlich gemacht hat, dass Pflegeeinrichtungen in Sachsen und Thüringen die Fördergelder für Digitalisierung nicht ausschöpfen, meldet sich ein Verbändebündnis zu Wort: Die Hürden für den Abruf der Fördergelder seien zu hoch.

Aus Sicht des Bündnisses zeigen die Zahlen in aller Deutlichkeit mehrere und teilweise strukturelle Hemmnisse, die eine Digitalisierung der Pflege bislang ausbremsen. „Warum sollte sich eine Pflegeeinrichtung an die Telematikinfrastruktur anschließen, wenn sie nicht weiß, welche der damit verbundenen Maßnahmen refinanziert werden? Auch die technische Entwicklung ist noch mitten im Prozess. Eine Einrichtung oder ein Pflegedienst haben keine Sicherheit, dass die heute angeschaffte Technik auch morgen noch eingesetzt werden kann“, schreibt das Bündnis in der Medieninformation.

Auch würden Einrichtungen und Dienste 18.000 Euro selbst aufbringen müssen, um die volle Fördersumme von 12.000 Euro zu erreichen. Dieses Geld hätten insbesondere kleinere Träger in der aktuellen Lage nicht übrig. Und mit insgesamt 30.000 Euro sei eine nachhaltige Digitalisierung ohnehin nicht zu finanzieren.

Als Lösung schlägt das Bündnis eine Digitalisierungspauschale vor, die entweder pro Platz, pro Tag oder pro Einsatz anfiele. Dazu müsste eine Ergänzung des Sozialgesetzbuches XI erfolgen. Außerdem ist nach Ansicht des Bündnisses eine Ergänzung der Kostenanteile (Investitions-, Betriebs- und Personalkosten) auf eine angemessene digitale Ausstattung und Infrastruktur im Sozialgesetzbuch V (häusliche Krankenpflege) erforderlich.

Um die Digitalisierung auch in der Pflege in Deutschland voranzubringen, haben sich Verbände aus dem Sozial-, Pflege- und Gesundheitswesen im Jahr 2020 zum Bündnis „Digitalisierung in der Pflege“
zusammengeschlossen. Dabei sind: Care for Innovation, VKAD, bvitg, DEVAP, Deutscher Pflegerat, FINSOZ, vediso, VdDD und VKAD.