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Diakonie-Chef warnt vor katastrophalen Zuständen bei der Pflege

Diakonie-Präsident Rüdiger Schuch warnt vor steigenden Eigenanteilen bei den Pflegekosten und fordert eine Reform mithilfe von Steuergeldern.

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"Wir laufen bei der Pflege sehenden Auges in eine Katastrophe", erklärt Diakonie-Präsident Rüdiger Schuch. Foto: Wilfried Meyer/Evangelisches Büro NRW

„Wenn die Bundesregierung nicht handelt, werden die Eigenteile in den kommenden Jahren weiter steigen“, sagte Schuch dem „RedaktionsNetzwerk Deutschland“ am 8. April. Nötig sei daher eine grundlegende Reform: „Angehörige sollten nur bis zu einem bestimmten Sockelbetrag an der Pflege beteiligt werden. Alle Kosten darüber hinaus trägt dann die Pflegeversicherung und der Staat mithilfe von Steuereinnahmen.“ Höhere Beiträge zur Pflegeversicherung könne man dabei nicht ausschließen.

Der Chef des evangelischen Wohlfahrtsverbands sieht das Pflege-System ernsthaft bedroht. „Wir laufen bei der Pflege sehenden Auges in eine Katastrophe“, erklärte Schuch. Es gebe zu wenig Pflegekräfte, die Kosten explodierten. „Und viele pflegebedürftige Menschen fühlen sich doppelt überfordert: mit der Pflege selbst und mit ihrer Finanzierung.“ Die Folgen des Fachkräftemangels verglich Schuch mit einer Schraube, „die sich immer weiter nach oben dreht, bis das System auseinanderbricht“.

Erst im März hatten der Deutsche Evangelische Verband für Altenarbeit und Pflege (DEVAP) und der Bundesverband privater Anbieter sozialer Dienste (bpa) gefordert, die Versorgung von Pflegebedürftigen in Deutschland müsse mit greifbaren und schnell wirksamen Maßnahmen gesichert werden, bevor langfristige Diskussionen geführt würden.