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Diabetes im Alter: Mangelernährung frühzeitig erkennen
Bis zu 50 Prozent der geriatrischen Patient:innen sind von Mangelernährung betroffen, rund ein Drittel älterer Menschen von Flüssigkeitsmangel. Der Verband der Diabetes-Beratungs- und Schulungsberufe in Deutschland (VDBD) warnt, dass beides bei bestehendem Diabetes die Therapie erheblich erschweren kann. Pflegefachkräfte sollten Gewicht, Mahlzeiten und Trinkmenge deshalb früh im Blick behalten.
Mangelernährung bedeute nicht zwangsläufig Untergewicht, betont der VDBD. Auch normal- oder übergewichtige Menschen könnten zu wenig Eiweiß, Energie, Vitamine oder Mineralstoffe aufnehmen. Bei Menschen mit Diabetes komme hinzu, dass eine geringere Nahrungsaufnahme bei unveränderter Medikation das Risiko für Unterzuckerungen erhöhe. „Gerade bei älteren Menschen mit Diabetes reicht der Blick auf den Blutzucker allein nicht aus“, sagt Kathrin Boehm, Vorsitzende des VDBD und Diabetesberaterin aus Bad Mergentheim. Wenn Gewicht verloren gehe, Mahlzeiten ausfielen oder Getränke stehen blieben, verändere sich laut Boehm die gesamte Therapiesituation.
Warnzeichen im Pflegealltag erkennen
Erste Hinweise zeigten sich häufig im Alltag: weiter sitzende Kleidung, eingefallene Wangen, trockene Haut und Schleimhäute oder unangetastete Speisen und Getränke. Pflegefachkräfte sähen laut VDBD häufig zuerst, ob Portionen kleiner würden, Teller halb voll zurückgingen oder Bewohnerinnen und Bewohner beim Essen Unterstützung bräuchten. Über einige Tage geführte Ess- und Trinkprotokolle könnten Veränderungen sichtbar machen.
Vorsicht bei strengen Diätvorgaben
Im hohen Alter verschöben sich die Therapieziele hin zu Kraft, Selbstständigkeit und Lebensqualität, so der Verband. „Ernährungsvorgaben sind daher mit Vorsicht zu genießen. Light-Produkte sollten im hohen Lebensalter eher vermieden werden“, sagt Boehm. Sebastian Bittner, Vorstandsmitglied des VDBD und Teamleiter der Diabetesberatung an der m&i-Fachklinik Bad Heilbrunn, warnt: „Wenn Menschen weniger essen, aber Insulin oder andere blutzuckersenkende Medikamente unverändert weiterlaufen, steigt das Risiko für Unterzuckerungen.“
Flüssigkeitsversorgung fest im Blick behalten
Ältere Menschen mit Diabetes hätten ein erhöhtes Risiko für eine hypertone Dehydratation, so der VDBD. Erhöhte Blutzuckerwerte führten zur Ausscheidung von Zucker und Wasser über den Urin – Betroffene trockneten dadurch schneller aus, wirkten müde oder verwirrt. Medikamente wie GLP-1-Rezeptoragonisten könnten das Durstgefühl zusätzlich abschwächen. „Feste Trinkzeiten, gut sichtbare Getränke, kleine Gläser, Suppen, wasserreiches Obst oder ungesüßte Tees helfen dabei, die Flüssigkeitseinnahme zu steigern“, empfiehlt Bittner. Bei Herz- oder Nierenerkrankungen müsse die Trinkmenge ärztlich abgestimmt werden.
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