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DEVAP schlägt Alarm: Pflegeversorgung akut bedroht

Der Deutsche Evangelische Verband für Altenarbeit und Pflege (DEVAP) hat gemeinsam mit zahlreichen Unterstützern einen bundesweiten Pflegegipfel gefordert. Anlass ist die nach eigener Einschätzung weiterhin akut gefährdete Versorgungssicherheit in der Langzeitpflege.

Der Deutsche Evangelische Verband für Altenarbeit und Pflege (DEVAP) hat gemeinsam mit zahlreichen Unterstützern einen bundesweiten Pflegegipfel gefordert.

Wie der Deutsche Evangelische Verband für Altenarbeit und Pflege (DEVAP) am Donnerstag in Berlin mitteilte, haben sich Vertreterinnen und Vertreter der Pflegebranche mit einem offenen Brandbrief an Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) und Vizekanzler Lars Klingbeil (SPD) gewandt. Unterzeichnet wurde das Schreiben von zahlreichen Organisationen – darunter diakonische Träger, Landesverbände, die Ruhrgebietskonferenz, die Initiative Pro Pflegereform, der Verband diakonischer Dienstgeber in Deutschland (VdDD), das Netzwerk SONG und die Arbeitsgemeinschaft caritativer Unternehmen (AcU).

Der DEVAP und seine Partner fordern einen Pflegegipfel im Jahr 2026, um die Versorgungssicherheit langfristig zu stabilisieren. „Das Versprechen, im Alter vor Armut und sozialer Not geschützt zu sein, droht zur Worthülse zu werden“, sagte DEVAP-Vorsitzender Wilfried Wesemann.

Alarmierende Zahlen aus neuer DEVAP-Umfrage

Laut einer aktuellen DEVAP-Umfrage unter 322 Trägern ist die Lage in der Langzeitpflege weiter angespannt. 63 Prozent der Einrichtungen mussten in den vergangenen sechs Monaten Leistungen aus personellen Gründen einschränken, 24 Prozent aus wirtschaftlichen Gründen. Viele ambulante Dienste reduzierten ihre Angebote, weil die Eigenanteile für Pflegebedürftige zu hoch seien.

Diskussion über Lösungen in Berlin

Die Ergebnisse werden am Donnerstagabend im Rahmen des DEVAP-Salongesprächs „Gemeinsam in Verantwortung: Langzeitpflege sicherstellen!“ in Berlin vorgestellt und diskutiert. Auf dem Podium sitzen unter anderem Pflegeforscher Heinz Rothgang (Universität Bremen), Ministerialdirigent Martin Schölkopf (Bundesgesundheitsministerium) und DAK-Vorstand Andreas Storm.

DEVAP fordert kurzfristige Entlastungen

Der Verband drängt auf sofortige Maßnahmen:

  • Überführung der Behandlungspflege in der stationären Versorgung ins SGB V,
  • Erstattung der Coronakosten,
  • bessere soziale Absicherung für Pflegekräfte,
  • Herausnahme der Ausbildungskosten aus den Eigenanteilen.

Langfristig müsse die Pflegeversicherung umfassend reformiert werden, betonte der stellvertretende DEVAP-Vorsitzende Thomas Neeb. Nur so könne die Pflege in Deutschland zukunftsfest aufgestellt werden.