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Deutschland setzt auf indonesische Pflegekräfte gegen Fachkräftemangel
In Deutschland herrscht im Pflege- und Gesundheitsbereich ein Mangel an Fachkräften. In Indonesien informiert sich der Bundesaußenminister darüber, wie vor allem die Sprachbarriere abgebaut werden kann. Während des Besuches wurde eine Absichtserklärung zum Aufbau von vier weiteren Bildungseinrichtungen unterschrieben.
Außenminister Johann Wadephul hat sich angesichts des Fachkräftemangels in Deutschland über die mit Sprachkursen gekoppelte Ausbildung von Fachkräften im indonesischen Gesundheitswesen informiert. Der CDU-Politiker ließ sich in der Hauptstadt Jakarta begleitet vom indonesischen Gesundheitsminister Budi Gunadi Sadikin und der Direktorin des Goethe-Institutes Indonesien, Constanze Michel, die Ausbildung an einer staatlichen Fachhochschule für Gesundheitsberufe zeigen.
Wadephul besuchte unter anderem den Unterricht in einem Deutschkurs an der Schule, der gemeinsam mit dem Goethe-Institut organisiert wird. Als eines der Hauptprobleme bei der Anwerbung von mehr Fachkräften aus dem Ausland gilt die Sprachbarriere. Während des Besuches wurde eine Absichtserklärung zum Aufbau von vier weiteren ähnlichen Bildungseinrichtungen unterschrieben. Der Minister tauschte sich über die Berufspläne der Schülerinnen und Schüler aus und ließ sich eine in deutscher Sprache vorgeführte Pflegeübung zeigen.
Angesichts des Pflegekräftemangels hat Deutschland Interesse, unter anderem in diesem Bereich Fachkräfte aus Indonesien anzuwerben. Die Bundesregierung sieht hier großes Potenzial, zumal die Hälfte der Bevölkerung jünger als 30 Jahre alt ist. Mit mehr als 284 Millionen Einwohnern ist Indonesien das viertbevölkerungsreichste Land der Welt nach Indien, China und den USA und zugleich das Land mit der größten muslimischen Bevölkerung weltweit.
Der indonesische Außenminister Sugiono hatte beim Treffen mit Wadephul am Vortag gesagt, bislang seien 329 indonesische Pflegekräfte nach Deutschland gegangen. Jakarta hoffe, dieses Programm auf den Gastgewerbesektor auszuweiten, unterstützt durch von Deutschland finanzierte Sprachkurse.
Bisher bewegt sich die Fachkräftemigration nach Deutschland mit insgesamt rund 1.000 Visa pro Jahr auf niedrigem Niveau. Als Gründe werden von der Bundesregierung unter anderem ein geringes Ausbildungsniveau, Sprachanforderungen und Probleme bei der Anerkennung von Berufsabschlüssen genannt. Neben deutsch-indonesischen Initiativen zur Fachkräftegewinnung vor allem im Pflegebereich gibt es ähnliche Anstrengungen auch im Hotel- und Gaststättengewerbe.
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