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Convivo-Nachfolger Villa Vitalia meldet ebenfalls Insolvenz an

Die Branchenkrise in der Pflege setzt sich auch im neuen Jahr fort. Die bundesweit tätige Unternemensgruppe Villia Vitalia hat Insolvenz angemeldet. Erst vor einem Monat hatte das Unternehmen das Seniorenhaus Rockwinkler Park in Bremen-Oberneuland von der ebenfalls insolventen Convivo-Gruppe übernommen.

Insgesamt wurden für 18 Gesellschaften der Unternehmensgruppe Insolvenzanträge gestellt. Foto: adobe/crazycloud

Neues Jahr, doch die Probleme in der Pflegebranche bleiben bestehen: Mit der  Villa-Vitalia-Gruppe hat erneut ein Pflegebetreiber Insolvenz angemeldet. Das Unternehmen hatte bereits Ende 2023  beim Amtsgericht Schwerin Anträge auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens gestellt. Das Gericht hat daraufhin den Sanierungsexperten Malte Köster von Willmerköster zum vorläufigen Insolvenzverwalter bestellt. Die Kanzlei verfügt über weitreichende Sanierungserfahrung im Pflegesektor, zuletzt war Köster in den Insolvenz- und Sanierungsverfahren bei der Hansa Gruppe und bei Convivo tätig.

Der Fokus in der ersten Phase des vorläufigen Verfahrens liegt darauf, die Pflege und Versorgung in den fünf stationären Einrichtungen der Gruppe sowie im zugehörigen ambulanten Pflegedienst „Cairful“ mit neun Standorten in Deutschland sicherzustellen, heißt es in einer aktuellen Pressemitteilung des Unternehmens. Aktuell laufen Pflege und Versorgung weiter. Die Gehälter der Beschäftigten sind bis einschließlich Februar 2024 über das Insolvenzgeld abgesichert.

Das Unternehmen ist seit 20 Jahren in der ambulanten und stationären Pflege aktiv

Die inhabergeführte Unternehmensgruppe Villa Vitalia ist seit über 20 Jahren im Pflegemarkt mit Seniorenimmobilien und Projektentwicklung für Pflegeimmobilien sowie in der stationären und ambulanten Pflege tätig. Zur Gruppe zählen u.a. insgesamt fünf stationäre Pflegeeinrichtungen in Kirchgellersen bei Lüneburg, Seevetal/Maschen, Boizenburg, Brunsbüttel und Weißenstadt mit insgesamt rund 250 Beschäftigten sowie mehrere in der Cairful Group zusammengefasste Gesellschaften im Bereich der ambulanten Pflege in Mecklenburg-Vorpommern, Schleswig-Holstein, Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen mit rund 200 Beschäftigten. Insgesamt wurden für 18 Gesellschaften der Unternehmensgruppe Insolvenzanträge gestellt.

Neben dem stationären und ambulanten Pflegebereich betreffen diese Insolvenzanträge auch die FIDUS Hausverwaltung, die Villa Vitalia Consulting sowie die AKM Planungs-, Bau- und Projektentwicklungsgesellschaft. Die weiteren Aktivitäten der Gruppe im Bereich Pflegeimmobilien sind von den Insolvenzanträgen aktuell nicht betroffen. Besonders pikant: Die Villa Vitalia Gruppe hatte erst vor einem Montat das Seniorenhaus Rockwinkler Park in Bremen-Oberneuland von der insolventen Convivo übernommen.

Wolfgang Röhr, Gründer und Vorstand der Villa Vitalia AG: „Wir haben uns lange gegen die Branchenkrise gestemmt. Letztlich mussten wir erkennen, dass es nicht reicht. Der Schritt, die Restrukturierung der Gruppe unter dem Schutz des Insolvenzrechts fortzusetzen, ist uns schwergefallen. Aber die Zahlen sprechen nun einmal eine eindeutige Sprache.“

Strukturkrise im Pflegesektor als Grund für die Insolvenz

Eine wesentliche Ursache der finanziellen Schieflage bei der Villa Vitalia Gruppe sei die aktuelle Strukturkrise im Pflegesektor, heißt es in einer Pressemitteilung des Unternehmens.  Diese sei gekennzeichnet durch Fachkräftemangel und zu niedrige Belegungszahlen und hat in der Branche in den zurückliegenden Monaten bundesweit zu einer zunehmenden Zahl von Insolvenzen geführt. Dabei wirkten sich weitere Belastungen, wie stark zuletzt gestiegene Energie- und Sachkosten oder allgemeine Preissteigerungen, verschärfend aus. Viele Unternehmen und Einrichtungen im Pflegebereich konnten dies nicht länger kompensieren.

Eine Antwort auf “Convivo-Nachfolger Villa Vitalia meldet ebenfalls Insolvenz an

  1. med-pharm-historie

    Insolvenzen rundum..warum ? dramatischer Personalmangel !
    ————————————————————————————————–
    der Personalmangel ist ein Grund warum rundum im

    „gesamten“ Gesundheitsbereich die “ Alarmglocken “ läuten.

    Leider werden von der Politik keinerlei substanzielle Lösungsansätze angeboten, außer bürokratischen neuen Vorschriften. Der Bundespräsident appelliert bei jeder Gelegenheit an die Politiker/innen endlich die ausgesetzte Wehrpflicht wieder in Kraft zu setzen… aber auch eine Dienstpflicht/Sozialen Dienst, für ALLE Schulabgänger/innen einzuführen..Wenn die Sprechblasen..von gesamtgesellschaftlichen Aufgaben…praktische Bedeutung gewinnen sollen.. ist die Einführung des sozialen Dienstes zwingend, jetzt !
    PRO Senioren PAKT