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Compassio-Chef Nolde sieht Führungskräfte in der Pflege unter wachsendem Druck
Einrichtungsleitungen in der Langzeitpflege können heute Gehälter jenseits der 100.000‑Euro-Marke erreichen – zugleich steigen Verantwortung und wirtschaftlicher Druck deutlich. Darauf weist Compassio-Chef Christopher Nolde in einem Interview mit der FAZ hin.
Für das Management in Pflegeheimen ist die Auslastung die entscheidende Größe. Nach Noldes Worten muss ein Haus im Jahresdurchschnitt mindestens zu 95 Prozent belegt sein, um wirtschaftlich stabil zu bleiben; rund 98 Prozent gelten als sehr gut.
Unterschreitungen treffen Einrichtungen unmittelbar – etwa wegen hoher Fixkosten. Besonders kritisch sind Belegungsstopps, die von Aufsichtsbehörden verhängt werden: Sie führen direkt zu Einnahmeverlusten und stellen Leitungskräfte vor akute Steuerungsprobleme.
Hohe Verantwortung – auch bei der Vergütung
Im FAZ-Interview macht Nolde deutlich, dass Einrichtungsleitungen heute unternehmerisch denken und handeln müssen. Häufig verantworten sie Umsätze von mehreren Millionen Euro jährlich. Das spiegelt sich in der Vergütung wider: Leistungsabhängige Boni können bis zu ein Drittel des Gehalts ausmachen, Einrichtungsleitungen erreichen so über 100.000 Euro im Jahr. „Wer bei uns als Einrichtungsleiter oder Pflegedienstleiter einen richtig guten Job macht, kann bis zu einem Drittel mehr bekommen als sein normales Gehalt. Das muss sich dann aber auch unternehmerisch messen lassen.“
Aus Leitungssicht hängen Pflegequalität und wirtschaftlicher Erfolg eng zusammen. Nolde warnt im Interview mit der FAZ ausdrücklich vor kurzfristigem Denken: „In der Pflege sind einige Zocker unterwegs“, sagt er mit Blick auf Anbieter, die durch Einsparungen bei Qualität kurzfristig Renditen steigern wollen. Langfristig gefährde das jedoch die Belegung und damit die Stabilität der Einrichtungen – ein zentrales Risiko für Führungskräfte.
Die geplanten politischen Änderungen könnten den Druck zusätzlich erhöhen. Laut Nolde droht eine Situation, in der Leitungskräfte mit unverändertem Personal mehr und zugleich pflegeintensivere Bewohner versorgen müssen. Gleichzeitig steigen die Eigenanteile für Bewohner weiter, was ebenfalls Auswirkungen auf die Belegung haben kann.
Für Führungskräfte bleibe das Personalmanagement die größte Baustelle: hohe Fluktuation, Krankenstände und begrenzte finanzielle Spielräume prägen den Alltag. Monetäre Anreize allein seien laut Nolde kein nachhaltiger Weg – entscheidend seien stabile Arbeitsbedingungen und gute Führung.
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