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Caritas diskutiert klimafreundliche Pflegeheime
Der Energieverbrauch in großen Pflegeeinrichtungen, wie Altenheimen, ist ein deutlicher Kostenfaktor. Und auch aus Klimaschutzgründen lohnt es sich, einen Blick darauf zu werfen, ob Gebäude, Heizung und Stromverbrauch energieeffizient sind. Mit diesem Thema haben sich Pflegefachleute und Leitungskräfte von katholischen Altenheimen und Hospizen beim Forum Pflege im Haus der Caritas in der Essener Stadtmitte auseinandergesetzt.
Beim Forum Pflege des Caritasverbandes für das Bistum Essen haben rund 30 Pflegeexpertinnen und -experten über Energieeffizienz und Klimaschutz in Pflegeeinrichtungen diskutiert. Im Mittelpunkt standen technische Lösungen, mit denen Gebäude klimafreundlicher betrieben werden können.
Michael Niggemann und Christian Haase von der Firma enerthing stellten ein Messsystem vor, das Daten zur Energieeffizienz von Gebäuden erfasst. Sensoren messen Temperatur, Luftfeuchtigkeit und CO₂-Konzentration und übermitteln die Werte zentral. Das Monitoring zeige, an welchen Stellen bessere Dämmung nötig sei, wo gelüftet werden müsse oder welche Räume im Sommer zu heiß werden. Dadurch ließen sich gezielt Maßnahmen planen, die Energie sparen und das Raumklima verbessern.
Refinanzierung bleibt ein Problem
Caritas-Referentin Bettina Gregor-Meyer informierte über Förderprogramme von Bund und Land für energetische Gebäudesanierungen. Sie kritisierte jedoch, dass die Refinanzierung von Klimaschutzinvestitionen in sozialen Einrichtungen schwierig sei.
„Die positiven Effekte durch eingesparte Betriebskosten finden im Leistungsrecht keine Anerkennung“, sagte Gregor-Meyer. Kostenträger profitierten zwar von sinkenden Betriebskosten, weigerten sich aber, nachhaltige Investitionen finanziell anzuerkennen. Dadurch fehle es solchen Projekten an wirtschaftlicher Grundlage.
Nach Angaben der Caritas mangelt es weiterhin an verbindlichen Vorgaben im Klimaschutzerlass. Der Verband setzt sich deshalb auf Landesebene dafür ein, dass Klimaschutzinvestitionen im Alten- und Pflegegesetz Nordrhein-Westfalen (APG NRW) als betriebsnotwendig verankert werden.
Beratung und weitere Themen
Im Bistum Essen berät Gregor-Meyer Altenhilfeeinrichtungen, die bauliche Veränderungen planen. Schwerpunkte sind der Ausbau von Photovoltaikanlagen und der Hitzeschutz in Pflegeheimen.
Neben dem Thema Klimaschutz behandelten die Teilnehmenden auch andere Fragen der Altenhilfe. Dazu gehörten die Ausbildungsfinanzierung, die Digitalisierung der Pflege, eine verbesserte Kommunikation zwischen Heimen und Angehörigen per App sowie politische Forderungen zur Stärkung der Hospiz- und Palliativversorgung.
Veranstalter des vierteljährlichen Forums Pflege ist der Caritasverband für das Bistum Essen. Er berät nach eigenen Angaben bistumsweit sechs Hospize, 64 stationäre Altenhilfeeinrichtungen, acht Kurzzeitpflege- und 15 Tagespflegeeinrichtungen fachlich und wirtschaftlich und vertritt ihre Interessen auf Landesebene.
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