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Caritas Baden-Baden modernisiert Kommunikation und Arbeitskultur

Der Caritasverband Baden-Baden nutzt das Förderprogramm INQA-Coaching, um interne Kommunikation und Arbeitsorganisation grundlegend zu modernisieren. Eine digitale Plattform und flexible Modelle sollen die Zusammenarbeit standortübergreifend verbessern.

Thorsten Schmieder, Geschäftsführender Vorstand des Caritasverbandes Baden-Baden e.V. Foto: Andreas Stephany

Der Caritasverband Baden-Baden e.V. stand – wie viele soziale Einrichtungen – vor der Herausforderung, trotz begrenzter Möglichkeiten für Homeoffice oder flexible Arbeitszeiten attraktive Arbeitsbedingungen zu schaffen und die interne Kommunikation zu stärken. Laut Caritasverband wurde deshalb im Rahmen des INQA-Coachings ein umfassender Veränderungsprozess gestartet, an dem Mitarbeitende aus allen fünf Arbeitsbereichen beteiligt waren.

„In den letzten fünf Jahren sind wir stark gewachsen – von 160 auf 350 Mitarbeitende“, erklärte Geschäftsführer Thorsten Schmieder (Caritasverband Baden-Baden e.V.). Die fünf Arbeitsbereiche – von Pflege bis Obdachlosenhilfe – arbeiten an getrennten Standorten. Das erschwerte den Austausch erheblich. Ziel des Coachings war es daher, eine gemeinsame Kommunikationsplattform und passgenaue Lösungen für verschiedene Berufsbilder zu entwickeln.

Unterschiedliche Bedürfnisse: Vom Büro bis in die Pflege

Im Coaching wurde erkannt, dass sich digitale Flexibilisierung je nach Berufsfeld unterscheidet. Während Bürokräfte ihre Arbeitszeiten anpassen können, sind Pflegekräfte physisch gebunden. Dafür wurden andere Anreize geschaffen: Zuschüsse zu Bus- und Bahnkosten, Supervisionen, spirituelle Auszeiten und individuelle Weiterbildungen. Laut Verband war entscheidend, dass diese Maßnahmen gemeinsam mit den Teams entwickelt wurden – so fand man umsetzbare, akzeptierte Beispiele für mehr Mitarbeiterbindung.

Ein zentrales Ergebnis des Coachings ist der Aufbau eines Social Intranets. Bislang lief der interne Informationsfluss über Aushänge und Papierkommunikation. Das neue System soll ab Herbst 2025 alle Standorte vernetzen und zunächst mit 45 Personen getestet werden. Es bietet eine Wiki-Funktion für Wissenstransfer und bindet bestehende Anwendungen ein. Ziel ist laut Verband, Informationen schneller zugänglich zu machen und Kooperationen abteilungsübergreifend zu erleichtern.

Beteiligung statt Top-down

Das Projektteam arbeitete in kurzen, strukturierten Phasen mit regelmäßigen Rückmeldungen und Analysen. Laut Schmieder wurden alle Mitarbeitenden von Beginn an beteiligt: „Wir haben nicht nur über Veränderung geredet, sondern sie aktiv und empathisch gestaltet.“ Die Organisationskultur profitierte dabei ebenso wie die Arbeitsstrukturen – die Offenheit für neue Ansätze und Mitbestimmung sorgten für spürbar mehr Identifikation mit dem Verband.

Das INQA-Coaching endet nicht mit der Einführung digitaler Instrumente. Die Caritas Baden-Baden investiert laut Schmieder auch über die Förderung hinaus, um die Modernisierung fortzuführen. Mitarbeitende, die am Projekt beteiligt waren, agieren nun als Multiplikator:innen für den weiteren Prozess. Der Verband erwartet eine dauerhafte Verbesserung in Kommunikation, Bindung und Zufriedenheit. Schmieder betont: „Die Offenheit für Veränderung und die Einbindung der Mitarbeitenden sind entscheidend, damit alles ineinandergreift.“

Weitere Informationen auf inqa.de