News
Bund-Länder-Arbeitsgruppe startet ohne Praktiker – Kritik an Zusammensetzung
Die neu eingerichtete Bund-Länder-Arbeitsgruppe zur Vorbereitung einer umfassenden Pflegereform trifft sich am 7. Juli zu ihrer ersten Sitzung – jedoch ohne Vertreter aus der Pflegepraxis. Dies stößt auf deutliche Kritik aus der Branche.
Die Arbeitsgruppe wird vom Bundesgesundheitsministerium unter Leitung von Ministerin Nina Warken (CDU) koordiniert. Laut Koalitionsvertrag gehören der Kommission neben weiteren Bundesressorts auch die für Pflege zuständigen Minister und Senatoren aller Bundesländer sowie die drei kommunalen Spitzenverbände an. Die Ergebnisse sollen noch 2025 vorgelegt werden.
Arbeitgeberverband warnt vor praxisfernen Lösungen
Der Arbeitgeberverband Pflege (AGVP) kritisiert die Zusammensetzung der Kommission scharf. Laut AGVP-Präsident Thomas Greiner werden „Ministerialbeamte und Bürokraten allein die enormen Probleme in der Altenpflege nicht lösen“. Die rein administrative Besetzung der Arbeitsgruppe lasse befürchten, dass die Bundesregierung den Ernst der Lage in der Pflege noch immer nicht erkannt habe, so Greiner. Der Verband bemängelt besonders, dass den Kommissionsmitgliedern die praktische Erfahrung aus dem Pflegealltag fehle.
Die inhaltliche Agenda der Arbeitsgruppe umfasst laut Koalitionsvertrag zentrale Aspekte der Pflegeversorgung. Dazu gehören die Weiterentwicklung der Pflegeversicherungsleistungen, Maßnahmen zur Unterstützung pflegender Angehöriger und die sektorenübergreifende Versorgung. Auch die Integration erfolgreicher Modellprojekte in die Regelversorgung sowie die Begrenzung der Eigenanteile für Pflegebedürftige stehen auf der Agenda.
Bitte melden Sie sich an, um einen Kommentar zu verfassen.
Sie haben noch kein Konto?
Jetzt registrieren