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07. Sep 2020 | Nachrichten

Pflegekammer in Niedersachsen wird aufgelöst

Die Pflegekammer in Niedersachsen wird aufgelöst. Das hat Sozialministerin Carola Reimann (SPD) am Montag (7. September) nach Vorlage des Ergebnisses einer Online-Befragung in Hannover mitgeteilt.

"Wir werden diesen deutlichen Zahlen nun unverzüglich die Auflösung der Pflegekammer folgen lassen", so Sozialministerin Carola Reimann angesichts der Umfrage-Ergebnisse.
Foto: Tom Figiel

Dabei stimmen 70,6 Prozent der teilnehmenden Pflegekräfte gegen den Fortbestand der Kammer und nur 22,6 Prozent dafür. Die übrigen Teilnehmer enthielten sich. "Das Ergebnis ist eindeutig", sagte Reimann. "Wir werden diesen deutlichen Zahlen nun unverzüglich die Auflösung der Pflegekammer folgen lassen." Ein entsprechendes Gesetz werde vorbereitet.
Rund 78 000 Pflegekräfte waren aufgerufen, sich zur Arbeit und Zukunft der Kammer zu äußern. 15 100 davon nahmen an der Befragung teil. Reimann sagte, sie hätte sich eine höhere Beteiligung gewünscht. Das Ministerium hatte zuvor aber klargestellt, dass das Votum der Pflegekräfte unabhängig von der Beteiligung bindend ist. "Ich wünsche mir, dass die Pflegekräfte weiter zu Wort kommen und sich Gehör verschaffen", sagte Reimann. Verstärkt seien die Gewerkschaften nun gefragt.
Die Kammer ist eine Interessenvertretung der Pflegebeschäftigten, sie wurde 2017 ins Leben gerufen. Ärger gab es, weil alle Pflegekräfte auch gegen ihren Willen Pflichtmitglieder in der Kammer werden und einen Mitgliedsbeitrag zahlen sollten. Ende vergangenen Jahres entschied das Land dann, die Kosten zu tragen und keine  Beiträge mehr von den Beschäftigten zu erheben. Dadurch sahen sich Teile der Kammer in einer unerwünschten Abhängigkeit von der Landespolitik.

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6 Kommentare

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11. Sep 2020

Ich bin seit 4 Jahren Zwangsmitglied in Rheinland-Pfalz. Wo war der behauptete Einfluss der Pflegekammer auf die Situation der von der Politik wie üblich im Stich gelassenen Pflegekräfte in der Corona-Hauptzeit? Wir wurden bis heute kein einziges Mal getestet, obwohl wir lange anfangs keinen, später kaum Schutz im Umgang mit COVID-Patienten - auch aus Italien - hatten. Ein Mal wurde eine Station wg. einer durch Hausarzt positiv getesteten Kollegin geschlossen, aber am nächsten Tag waren alle wieder da. In einem Rundschreiben war zu lesen, dass ausschließlich die Geschäftsführung über die Durchführung von Testungen entscheidet. Gestern wurde von der Pflegedirektion ohne Begründung mitgeteilt, dass wir den jetzt beschlossenen Pflegebonus für die Krankenhäuser nicht bekommen werden. Wo ist denn da die Intervention der Pflegekammer? Wo bleibt die kämpferische Einflussnahme bei der unsäglichen PpUGV? Wenn ich auf die Seite "Für Mitglieder - Vorteile" schaue, dann weiß ich, warum ich bislang noch keine den Namen verdienende Gegenleistung für meine nicht unerhebliche jährliche Zwangsabgabe bekommen habe. Für die Entwicklung des Berufsbildes Pflege und sonstiges in der Zukunft mag eine Pflegekammer sinnvoll sein, das kann ich nicht beurteilen, Kaffeesatz sollen andere lesen, aber für diejenigen, die aktiv am Bett stehen und täglich auf´s Neue am Spagat scheitern zwischen Selbstermutigung, Anständigkeit einerseits und allzu oft sinn- und zweckfreier Bürokratie und den die Personalsituation geflissentlich ignorierenden Belegungsvorgaben andererseits, für diese Kolleg*Innen ist eine Pflegekammer nichts weiter als noch ein Gremium ohne Wirkungsmacht und Einfluss, eine geduldete Hofnärrin auf dem Schoß derjenigen, die denjenigen, die das Sagen haben, ab und zu einen blinden Spiegel vorhalten dürfen.

Unbekannter Nutzer

11. Sep 2020

Wer glaubt, dass Gewerkschaften die Probleme der Pflege lösen, sollte mal folgende Punkte durchdenken: 1. Den Gewerkschaften ist die Selbstverwaltung der Pflege ein Dorn im Auge. So sehr, dass sie sich sogar mit den Arbeitgebern und deren Verbänden verbünden - wann bitte hat es so etwas gegeben. Eine Gewerkschaft geht gemeinsam mit Arbeitgebern gegen die Berufsgruppe der Pflege vor, um sogar mit Falschinformationen die Angehörigen der Pflegeberufe zu irritieren und zu spalten. 2. Die Kammern leisten nur schlechte Arbeit? Ich bin "Zwangsmitglied" der Bremer Arbeitnehmerkammer und höchst unzufrieden mit deren Arbeit. Aber schauen Sie sich mal an, wer diese Kammer leitet: Präsident: Peter Kruse (ver.di) Vizepräsidentinnen: Doreen Arnold (IG Metall), Sabine Schwarzer (NGG) Beisitzer/innen: Annette Düring (DGB), Hans-Joachim Sander (IG BCE), Renate Sindt (ver.di), Ralf Wilke (IG Metall) https://www.arbeitnehmerkammer.de/ueber-uns/ueber-uns/struktur.html Schauen Sie sich mal die Liste der Vollversammlungsmitglieder an: https://www.arbeitnehmerkammer.de/fileadmin/user_upload/Downloads/Allgemein/Mitglieder_VV.pdf Nur Gewerkschaftsmitglieder. Die Arbeitnehmerkammer Bremen liegt zu 100% in den Händen der Gewerkschaften, einschließlich Verdi. Und wenn Verdi den Pflegekammern vorwirft schlechte Arbeit zu leisten, dann wohl aus eigener Praxiserfahrung heraus. Wer im Glashaus sitzt, sollte also nicht mit Steinen werfen.

Unbekannter Nutzer

11. Sep 2020

Mal ein Wort an Alle, welche hier die Arbeit der Gewerkschaften kritisieren; eine Gewerkschaft ist nur so stark, wie vor Ort die Mitgliederzahlen sind. Anstatt hier also über die Arbeit der Gewerkschaften zu motzen, sollten sich die Pflegekräfte endlich erst einmal dort organisieren. Der Kampf für bessere Arbeitsbedingungen wird nicht durch irgendwelche "Pflegekammern" geführt, sondern geht nur über eine starke Gewerkschaft. Vielleicht sollte sich gerade die Altenpflege mit ihrem Organisationsgrad von deutlich unter 10% einmal andere Berufssparten zum Vorbild nehmen, in denen durch zähe und langwierige Kämpfe z.B. Tarifverträge durchgesetzt wurden. Ich nenne hier nur eine große Anzahl von Krankenhäusern, in denen z.B. auch durch Streiks diese Verbesserungen erkämpft wurden.

Unbekannter Nutzer

11. Sep 2020

Ich soll nach dem Prinzip Hoffnung in eine Gewerkschaft eintreten? Die Ärzte brauch(t)en auch keine Gesellschaft, der Marburger Bund hat 2014 30% Gehaltssteigerungen erstritten. Anstatt zu motzen, sollten Sie sich eine Berufsorganisation suchen, denn diese kümmern sich tatsächlich um unsere Berufsgruppe. Solange die Gewerkschaften im Schulterschluss mit den Arbeitgeberverbänden gemeinsam gegen die pflegerische Selbstverwaltung vorgehen und die Pflege gemeinsam verraten, bleibt nur eine Lösung. In die Gewerkschaft eintreten, um dann aus Protest auszutreten.

Unbekannter Nutzer

10. Sep 2020

Die Auflösung hätte ich jetzt nicht mehr erwartet, ich bin enttäuscht, dass wir "Systemrelevanten" berufspolitisch im 20. Jahrhundert hängen geblieben sind. Die Gewerkschaften sind enttäuschend, solange ich denken kann. Jetzt hätten wir die Chance gehabt, politisch einen nicht mehr zu übergehenden Einfluss zu bekommen. Jetzt sind wir wieder die nützlichen Idioten, wie ehedem. Wann werden die Angehörigen der Pflegeberufe endlich was anderes im Kreuz haben als Schmerzen? Ernst Robitschko M.A. Krankenpflege-Schulleiter i. R. aus Bayern

Unbekannter Nutzer

10. Sep 2020

Wahnsinn, das stoppt nicht nur die Weiterentwicklung der Pflegeberufe, es wirft die Pflege zurück in die Steinzeit, wo ausschließlich die Arbeitgeber bestimmen, was mit der Berufsgruppe passiert. Glückwunsch an die Pflegekräfte, die vor allem sich selbst im Blick haben und ihrem Arbeitgeber oder ihrer Gewerkschaft hörig sind. Wer es noch immer nicht verstanden hat oder verstehen will, dass wir als Pflegende für uns sprechen müssen, dem/der möchte dann auch nicht geholfen werden. Sollen doch wieder die Arbeitgeber das Zepter in die Hand nehmen, unsere Qualifikation klein machen, um billiger zu werden, sollen sich doch die Gewerkschaften wieder zurücklehnen und die Pflege vergessen, haben schließlich über Jahrzehnte keinen wirksamen Beitrag geleistet. Sollen sich doch weiter die Kassen und Behörden um die Qualität bemühen, so dass wenigstens die Pflegebedürftigen so halbwegs vor gefährlicher Pflege geschützt sind. Was für ein trauriges Ergebnis - da möchte man am liebsten ein weiteres Mal hinschmeißen. Der Pflege ist nicht mehr zu helfen, sie will sich ja nicht mal selber helfen...

Unbekannter Nutzer

10. Sep 2020

Auf den Punkt getroffen!

Unbekannter Nutzer

10. Sep 2020

Sehr Gut. Eine Pflegekammer ist ohne jegliche Einflussnahme für bessere Arbeitsbedingungen der Beschäftigten in der Pflege wie einem zustehenden Lohn in Abhängigkeit der enormen Milliardengewinne, die zu keiner Zeit in den Tarif-Löhnen-Gehälter der Gesundheitsindustrie und Pflegeaccordarbeit angepasst wurden.

Unbekannter Nutzer

10. Sep 2020

Eine Pflegekammer ist keine Gewerkschaft. Wenn Sie sich über Ihre Entlohnung beschweren möchten, dann wenden Sie sich doch an Ihre Gewerkschaft - die schläft seit Jahrzehnten. Wenden Sie sich an die Politik, die wollte noch am ehesten helfen, aber die Berufsgruppe möchte keine Hilfe. Wenden Sie sich an Ihren Arbeitgeber, der steckt sich doch das Geld ein. Wenden Sie sich doch an die Kassen, diese diktieren übrigens die Preise/Budgets, welche Auswirkungen auf die Entlohnung haben. Eine Pflegekammer hätten andere Bedingungen schaffen können, die sich auf die Qualifikation und der entsprechenden Anerkennung auswirken können oder Qualitätsanforderungen definieren, die sich auch auf die Arbeitsbedingungen hätten auswirken können und so vieles mehr. Aber wehe es kostet ein paar Euro, die eigene Berufsgruppe zu vertreten, dann geht das natürlich gar nicht. Wer keine Pflegekammer möchte, soll auch nicht jammern - das ist ein Widerspruch wie er gegensätzlicher gar nicht geht.

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