News

Arjo präsentiert Positionspapier für bessere Pflegebedingungen

Arjo präsentierte auf der Altenpflegemesse in Nürnberg ein Positionspapier mit fünf Empfehlungen zur Verbesserung der Pflegebedingungen. Im Fokus stehen bessere Arbeitsplatzqualität, Gesundheitsmanagement und der Einsatz neuer Technologien in Pflegeeinrichtungen.

Andreas Aerni, Geschäftsführer Arjo Deutschland, und Andreas Westerfellhaus, ehemaliger Pflegebevollmächtigter der Bundesregierung, präsentieren auf der Altenpflegemesse das Arjo-Positionspapier. Foto: Steve Schrader

Der frühere Pflegebeauftragte der Bundesregierung, Andreas Westerfellhaus, hat am 8. April auf der Altenpflegemesse in Nürnberg ein neues Positionspapier des Medizintechnikunternehmens Arjo vorgestellt. Die Veröffentlichung erfolgte im Rahmen eines Expertenforums mit rund 60 geladenen Fach- und Führungskräften aus Pflege, Politik, Wissenschaft und Gesundheitswirtschaft.Das Papier wurde vom Arjo Advisory Board erstellt. Ziel  ist es, konkrete Impulse für eine zukunftsfähige pflegerische Versorgung zu geben – auch unter den Bedingungen von Personalengpässen, wachsender pflegerischer Komplexität und demografischem Wandel. Im Fokus steht dabei die Verbesserung der Arbeitsplatzqualität für Pflegekräfte und die Stärkung der Versorgungssicherheit für Menschen mit Unterstützungsbedarf.

Fünf zentrale Handlungsempfehlungen

  1. Arbeitsplatzqualität gezielt verbessern
    Pflegeeinrichtungen sollen durch Risikoanalysen nach anerkannten Verfahren, etwa gemäß ISO TR 12296, präventive Maßnahmen zum Schutz der Mitarbeitenden ableiten. Dazu zählen ergonomische Arbeitsplätze, moderne Hilfsmittel und eine gesundheitsorientierte Führungskultur. Ziel ist es, die Arbeitsfähigkeit langfristig zu erhalten und die Attraktivität des Pflegeberufs zu steigern.

  2. Betriebliches Gesundheitsmanagement verankern
    Gesundheitsmanagement und Arbeitsschutz sollen als feste Bestandteile des Qualitätsmanagements etabliert werden. Führungskräfte sind gefordert, gesundheitsbewusstes Handeln vorzuleben und Mitarbeitende durch transparente Kommunikation sowie regelmäßige Gesundheitsgespräche zu unterstützen.

  3. Versorgungsqualität durch neue Prozesse und Technologien sichern
    Arjo fordert, präventive Investitionen in die Arbeitsumgebung verbindlich zu machen – inklusive Schulungen zu psychischer Gesundheit und digital unterstützten Lösungen. Neue Technologien sollen dabei nicht nur gefördert, sondern auch über Refinanzierungswege systematisch integriert werden.

  4. Mobilität als Schlüssel zur Lebensqualität fördern
    Die funktionelle Mobilität von Pflegebedürftigen müsse gezielt erhalten und gefördert werden. Hierzu sei auch die Einführung von Präventionsmanagerinnen und -managern in Pflegeeinrichtungen notwendig, um den Theorie-Praxis-Transfer zu sichern und die Mitarbeitenden zu entlasten.

  5. Wandel in der Beschaffung einleiten
    Beschaffungsprozesse sollten nicht allein über den Preis, sondern auch über den tatsächlichen Nutzen für Pflege und Personal bewertet werden. Arjo fordert die Entwicklung entsprechender Leitlinien sowie eine stärkere Rolle von Qualitätssicherungsinstitutionen bei der Bewertung von Investitionen.

Appell an Politik und Entscheider

Das Papier versteht sich als Impuls für einen offenen Dialog zwischen Einrichtungen, Verbänden, Politik und Kostenträgern. Arjo und das Advisory Board rufen dazu auf, Pflege jetzt gezielt zu stärken: „Es ist Zeit, der Pflege den Rücken zu stärken – lassen Sie uns gemeinsam daran arbeiten“, heißt es abschließend im Papier.