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Abrechnungsbetrug: Medienbericht stellt Pflege unter Generalverdacht

Vor allem einige ambulante Pflegedienste verursachen durch Abrechnungsbetrug bei der KKH Schäden in Millionenhöhe. Das schadet dem Ansehen der gesamten Branche.

Geld: Münzen und Scheine
Vor allem durch Abrechnungsbetrug entstehen bei der KKH Schäden in Millionenhöhe. Foto: Adobe Stock/ Markus Witt

Betrug bei der Abrechnung, gepanschte Arzneien oder der Missbrauch von Versichertenkarten haben bei der KKH Kaufmännische Krankenkasse im vergangenen Jahr einen Millionenschaden verursacht. Insgesamt gehe es um rund 3,5 Millionen Euro – das sei die bislang dritthöchste Jahressumme, teilte die KKH am Mittwoch mit. 2022 lag der Schaden bei mehr als einer Million Euro. Die mit knapp 1,9 Millionen Euro höchste Schadenssumme verursachten ambulante Pflegedienste, gefolgt von Apotheken mit gut einer Million Euro.

KKH-Chefermittlerin Dina Michels sprach von „Begehrlichkeiten, sich ein  vom Milliardenkuchen Gesundheitssystem abzuschneiden“. Teils gingen die Betrüger «äußerst skrupellos» vor, betonte sie – so soll ein Apotheker aus Sachsen Medikamente unterdosiert abgegeben haben. Nach einer repräsentativen Forsa-Umfrage im Auftrag der KKH sagten 62 Prozent von bundesweit 1004 Befragten zwischen 18 und 70 Jahren, sie hielten das deutsche Gesundheitswesen für anfällig für Betrug und Korruption. 18 Prozent davon stuften es sogar als „sehr anfällig“ ein.

Das Magazin „Fokus“ titelte am 14.05.„Wie die Pflege-Mafia unser marodes System ausnutzt – und uns allen schadet“. Der bad kritisiert den Bericht als „schlecht recherchiert“ und schädlich für die Branche. „Das so in dem Artikel gezeichnete Bild von der Pflege ist falsch. Es suggeriert, dass professionelle Pflege von Angst, Betrug und einem hohen Maß an menschenverachtender Kriminalität dominiert werde. Das Gegenteil ist der Fall! Der überwiegende Teil sowohl der pflegebedürftigen Menschen, die professionell pflegerisch versorgt werden, als auch der Pflegeeinrichtungsbetreiber und Pflegekräfte, sind rechtstreue Menschen, die jeden Tag mit großem Engagement Ihr Bestes geben“, betont Andrea Kapp, Bundesgeschäftsführerin des bad.

Kapp sieht die Branche mal wieder unter Generalverdacht und wirft die Frage auf, was das Ziel dieses Artikels ist: „Der Fokus wird ausschließlich auf die wenigen, aber zugegeben spektakulären Fälle gelegt, die als „schwarze Schafe“ anzusehen sind. Das wird der Realität in der Pflege nicht gerecht.