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Missstände in Burghausen: Staatsanwaltschaft ermittelt gegen Pflegeheim
Die Staatsanwaltschaft Traunstein hat ein Ermittlungsverfahren gegen ein Pflegeheim in Burghausen im Landkreis Altötting eingeleitet. Auslöser war eine anonyme Beschwerde über das Online-Portal „Pflege-SOS“ beim Bayerischen Landesamt für Pflege Ende Mai. Der Träger stellt den Betrieb der Einrichtung ein, die 38 Bewohnerinnen und Bewohner werden in andere Häuser verlegt.
Nach Angaben der Staatsanwaltschaft gegenüber BR24 richtet sich das Verfahren insbesondere wegen des Anfangsverdachts auf „fahrlässige Körperverletzung (in einer unbekannten Anzahl an Fällen)“. Ein Sprecher der Behörde rechnet mit einer Bearbeitungsdauer von mehreren Monaten. Insbesondere die Auswertung der sichergestellten Unterlagen werde Zeit in Anspruch nehmen. Für das Pflegeheim gilt die Unschuldsvermutung. Zuerst hatte die Passauer Neue Presse (PNP) über die Vorwürfe berichtet.
Heimaufsicht stellte Pflegemissstände fest
Die am Landratsamt Altötting angesiedelte Fachstelle für Pflege- und Behinderteneinrichtungen, Qualitätssicherung und Aufsicht (FQA) kontrollierte die Einrichtung laut Landratsamt bereits einen Tag nach Eingang der Beschwerde. Von den zu diesem Zeitpunkt 38 Pflegebedürftigen befanden sich nach Angaben eines Sprechers mindestens acht Personen zum Teil in einem „sehr schlechten Pflegezustand“. Betroffene seien kaum mobilisiert worden, bettlägerige Patienten nicht ausreichend vor Druckgeschwüren geschützt und Wunden mangelhaft versorgt worden, heißt es in dem Artikel weiter.
Sofortmaßnahmen und Kooperation des Trägers
Zwei Bewohner seien umgehend in andere Einrichtungen verlegt worden, teilte das Landratsamt BR24 mit. Zudem habe die Heimaufsicht sofortige Maßnahmen zur Verbesserung der Pflegesituation angeordnet. Von einer kurzfristigen Schließung des betroffenen Bereichs habe man abgesehen, nachdem der Betreiber Maßnahmen ergriffen habe, „dass zumindest keine Akutgefährdung der Bewohner mehr zu befürchten war“, und sich kooperativ gezeigt habe. Unmittelbar nach der Kontrolle informierte die Heimaufsicht Polizei und Staatsanwaltschaft.
Träger beendet Alten- und Krankenpflege
Ein Sprecher des Pflegeheims bestätigte gegenüber BR24, dass die Alten- und Krankenpflege in Burghausen nicht weitergeführt werde. Die Qualität der Versorgung und das Wohlergehen der anvertrauten Menschen hätten höchste Priorität, die festgestellten Sachverhalte nehme man sehr ernst. Der Träger gehört laut Artikel zum Verbund „Deutsche Fachpflege“. Der Umzug der 38 Bewohnerinnen und Bewohner ist laut Landratsamt im Gange, für drei Personen werde noch eine geeignete Einrichtung gesucht. Die Einrichtung werde weiterhin engmaschig kontrolliert und müsse wöchentliche Statusberichte etwa zu Verbesserungsmaßnahmen und personeller Besetzung abgeben.
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