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PNOG: bpa befürchtet Abwanderung von Pflegekräften in Kliniken
Der Bundesverband privater Anbieter sozialer Dienste (bpa) warnt vor einer Abwanderung von Pflegekräften aus der Langzeitpflege in die Akutpflege. Hauptgeschäftsführer Norbert Grote sieht im geplanten Pflegeneuordnungsgesetz (PNOG) einen entscheidenden Treiber dieser Entwicklung. Die Personalsicherung in der Langzeitpflege müsse Kernaufgabe der Pflegepolitik 2026 sein.
„Die Krankenhäuser haben schon in den vergangenen Jahren mehr als 60.000 Pflegestellen zusätzlich besetzt, weil die Pflegekosten aus dem DRG-System herausgenommen wurden. Diese Kräfte kommen natürlich auch aus der Langzeitpflege“, so Grote gegenüber care konkret.
Wachsende Gehaltsschere zur Akutpflege
Nach Einschätzung Grotes verstärken die Begrenzung der Gehaltsentwicklung in der Langzeitpflege durch das PNOG und GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetz sowie der geplanten Ausnahmen für Krankenhäuser im Krankenhausentgeltgesetz die Gehaltsschere zwischen Langzeit- und Akutpflege. Die Tarifregelung im PNOG wirke damit faktisch als zusätzliche Begrenzung für die Langzeitpflege, während Kliniken weiter Spielräume erhielten.
Parallelsystem begünstigt Krankenhäuser
Hintergrund ist nach Angaben des bpa, dass die Grundlohnsummenentwicklung im SGB V die Krankenhäuser nicht betrifft, weil im Krankenhausfinanzierungsgesetz ein Parallelsystem gilt. Die Krankenhäuser bekommen höhere Lohnsteigerungen als entsprechend der Grundlohnsummensteigerung refinanziert, wenn dies durch die Einhaltung von Personalvorgaben erforderlich ist. Damit hätten sie einen Wettbewerbsvorteil gegenüber der Langzeitpflege.
Babyboomer verschärfen die Personallage
Grote verwies zudem auf die bevorstehenden Renteneintritte der Babyboomer-Generation. In den kommenden Jahren würden 20 Prozent der Pflegekräfte in den Ruhestand gehen, während die Zahl der Pflegebedürftigen weiter steige. „Die Personalsicherung in der Langzeitpflege ist die wirkliche Kernaufgabe einer Pflegepolitik im Jahr 2026“, so der bpa-Hauptgeschäftsführer.
Von Steve Schrader
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