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Wohnvoll AG meldet Insolvenz an

Die Frankfurter wohnvoll AG, Anbieter seniorengerechter Wohnkonzepte mit Pflegeunterstützung, ist zahlungsunfähig. Vorstand Theodorus Gorens stellte am 11. Mai beim Amtsgericht Frankfurt Insolvenzantrag – auch für zwei Tochtergesellschaften. Bundesweit betreibt das Unternehmen vier Villages, fünf ambulante Pflegedienste und weitere Einrichtungen. Die Bilanz wies zuletzt hohe Verluste aus.

Vorstand Theodorus Simon Gorens Foto: wohnvoll

Das Amtsgericht Frankfurt am Main ordnete am 11. Mai die vorläufige Verwaltung über das Vermögen der wohnvoll AG mit Sitz in der Bettinastraße 53-55 in Frankfurt (HRB 125846) an. Verfügungen der Schuldnerin sind nur noch mit Zustimmung des vorläufigen Insolvenzverwalters wirksam. Zum vorläufigen Insolvenzverwalter wurde Rechtsanwalt Thomas Rittmeister von der Kanzlei REIMER Rechtsanwälte in Frankfurt bestellt. Vom Verfahren betroffen sind neben der AG auch die Tochtergesellschaften Wohnvoll Development Service GmbH und Wohnvoll Hospitality Service GmbH, die ebenfalls von Rittmeister verwaltet werden.

Das von Vorstand Theodorus Simon Gorens geführte Unternehmen war 2021 mit dem Konzept seniorengerechter Apartments für Menschen ab 65 Jahren gestartet, ergänzt um Concierge-Service und Pflegeunterstützung. Aktuell betreibt die wohnvoll AG vier sogenannte Villages in Bad Bevensen, Goslar, Bergkamen und Höhr-Grenzhausen. Ein fünfter Standort im Düsseldorfer Stadtteil Gerresheim war in Vorbereitung, weitere 21 Projekte befanden sich laut Unternehmenswebsite in Planung. Deren Zukunft ist offen.

Zum Pflegeangebot zählen laut pflegemarkt.com bundesweit fünf ambulante Pflegedienste mit insgesamt 420 versorgten Patient:innen sowie vier betreute Wohnanlagen mit einer Gesamtkapazität von 321 Plätzen. Hinzu kommen vier Wohngruppen mit 48 Plätzen, zwei Tagespflegeeinrichtungen mit zusammen 36 Plätzen und ein Pflegeheim mit 28 Plätzen. Die wohnvoll AG ist Teil der in der Schweiz ansässigen Unternehmensgruppe ASMUT AG.

Das Unternehmen betonte, dass die operativen Gesellschaften und die laufenden Einrichtungen vom Insolvenzverfahren nicht betroffen seien. Sanierungsbemühungen habe es bereits im Vorfeld gegeben, diese seien jedoch ohne Erfolg geblieben.

Die finanzielle Lage war seit Jahren angespannt. Für das Geschäftsjahr 2023 wies die Bilanz einen Jahresfehlbetrag von 8,8 Millionen Euro aus, der auf einen bestehenden Verlustvortrag von 20,2 Millionen Euro traf. Dem stand zu diesem Zeitpunkt ein Eigenkapital von rund 123 Millionen Euro gegenüber. Aktuellere Bilanzdaten liegen nicht vor.