News
200 Jahre Engagement: Hamburger Stiftung feiert Jubiläum – und mahnt Reformen in der Pflege an
Mit einem festlichen Empfang im Hamburger Rathaus hat die Hartwig-Hesse-Stiftung ihr 200-jähriges Bestehen gefeiert und zugleich auf drängende Herausforderungen in der Pflege hingewiesen. Rund 230 geladene Gäste aus Politik, Wirtschaft und Gesellschaft nahmen an der Veranstaltung am 5. Mai teil.
Hartwig-Hesse-Stiftung), Erster Bürgermeister Peter Tschentscher und Kristin Alheit (Vorständin Paritätischer Hamburg)
Hamburgs Erster Bürgermeister Peter Tschentscher würdigte die Stiftung als wichtigen Pfeiler des sozialen Zusammenhalts in der Hansestadt. Seit zwei Jahrhunderten übernehme sie Verantwortung für ältere Menschen und leiste damit einen unverzichtbaren Beitrag für die Gesellschaft.
Die Feier im Großen Festsaal bot neben einem Rückblick auf die Geschichte auch einen Blick auf die Zukunft der Pflege. Vorstand Maik Greb moderierte Gespräche mit Mitarbeitenden und Bewohnenden und lenkte den Fokus auf Fragen der Gemeinnützigkeit und der künftigen Versorgung im Alter. Auch Kristin Alheit vom Paritätischen Wohlfahrtsverband sprach über aktuelle sozialpolitische Herausforderungen in der Pflege.
Für einen emotionalen Höhepunkt sorgte die Kuratoriumsvorsitzende Annette Teichler. Sie betonte den Stolz auf die Entwicklung der Stiftung und hob insbesondere das jahrzehntelange ehrenamtliche Engagement hervor. Dieses habe die Organisation auch durch Krisenzeiten wie die Weltkriege getragen.
Strukturelle Probleme in der Pflegefinanzierung
Neben den feierlichen Tönen wurden auch kritische Stimmen laut. Greb machte auf strukturelle Probleme in der Pflegefinanzierung aufmerksam. Vor allem gestiegene Tarifkosten würden seit Anfang 2026 nicht ausreichend von Kostenträgern ausgeglichen.
Das kulturelle Rahmenprogramm mit Musiker Stefan Gwildis, Pianist Tobias Neumann und dem „Heaven Can Wait“-Chor unterstrich das Leitmotiv der Stiftung: ein selbstbestimmtes und lebenswertes Altern.
Die Hartwig-Hesse-Stiftung wurde 1826 gegründet und engagiert sich bis heute für Wohnen, Betreuung und Pflege im Alter. Der Senatsempfang zeigte: Die traditionsreiche Organisation will ihre Rolle auch künftig aktiv gestalten – zwischen gesellschaftlichem Auftrag und wachsendem Reformdruck im Pflegesystem.
Bitte melden Sie sich an, um einen Kommentar zu verfassen.
Sie haben noch kein Konto?
Jetzt registrieren